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[Verlosung] „Tully“: Vom Muttersein & anderen Schwierigkeiten

Wenn man sich einen Film über das Muttersein und die (un)glückselige Rolle einer Mutter in unserer Gesellschaft anschauen möchte, könnte man meinen, man weiß ziemlich genau, was einen erwartet. Nicht so bei „Tully“. „Tully“ schafft es zu überraschen und das nicht, weil so furchtbar neue, aufregende Erkenntnisse zu Tage gefördert werden. Nein, „Tully“ überrascht mit drastischer Authentizität und lässt die/den Zuschauer*in mal schweigend, mal lachend, mal total beklommen im Kinosessel zurück. 

Jason Reitmann, der gerade mit „Juno“ dafür bekannt geworden ist sehr lebensnahe Filme entstehen zu lassen, die es schaffen echte Emotionen zu übertragen, skizziert auch dieses mal sehr präzise das Gefühlsleben der einzelnen Akteur*innen. Er fängt Emotionen in Situationen ein, die uns im Alltag fast untergehen würden, weil wir sie als banal abstempeln oder darüber hinwegsehen. Es ist ungewöhnlich so etwas auf der Kinoleinwand zu sehen. Vielleicht liegt es an diesem Umstand, dass man anfänglich etwas holprig in den Film findet, weil man es nicht gewohnt ist so direkt und wahrhaftig in das Leben anderer zu blicken. Aber das Dranbleiben lohnt. Es dauert nicht lange und man ist mitten drin in der Geschichte.

© Focus Features

Marlo, wunderbar ehrlich gespielt von Charlize Theron, erwartet ihr drittes Kind.  Sie lebt in einer vermeintlich glücklichen Partnerschaft, mit eigenem Haus, ausreichend Geld. Ein Mittelstandsleben allererster Güte. Und doch kommen mit dem dritten Kind so viele Hürden auf einmal. Ihr Sohn hat Schwierigkeiten mit sich und der Schule zurecht zu kommen. Ihr Ehemann ist eigentlich nur auf Geschäftsreise oder vor dem Fernseher. Ihr Bruder lebt ein vermeintlich viel besseres Leben. 

Im ersten Teil des Films wird sehr real das Leben einer frisch gewordenen Mutter gezeigt. Die Wochenbettzeit mit all ihren schönen und schwierigen Momenten. Das kleine Wunder, was aber eben auch so viel Zuwendung und Fürsorge benötigt. Kaum zu managen mit dem restlichen Leben. Auch stilistisch schafft es der Film diese Augenblicke echt und nah am/an der Zuschauer*in einzufangen.

© Focus Features

Es dauert nicht lange und Marlo nimmt das Angebot ihres Bruders, sich eine Nacht-Nanny zu besorgen, zähneknirschend an. Eigentlich geht es gegen ihre Prinzipien. Sie will das alleine schaffen, will ihr Kind nicht im Stich lassen, möchte auch nicht, dass eine andere Frau sich wegen ihr die Nacht um die Ohren schlagen muss. Findet vor allem, dass eine Nacht-Nanny eher Bonzentum ist als wirklich notwendige Hilfe.

Doch dann kommt Tully (gespielt von Mackenzie Davis) und sie ist so ganz anders als Marlo sich das vorgestellt hat. Sie ist behutsam und rücksichtsvoll, dabei aber immer schonungslos ehrlich und offen. Die Beiden führen tiefe Gespräche. Und es entstehen wunderbare Dialoge über die Ängste des Älterwerdens, des Scheiterns, über Partnerschaften und Sexualität, über das Müde sein, über Aufgeben, aber eben auch über Weitermachen, über Wünsche und Träume. Tully lädt Marlo ein sich zu reflektieren. 

Warum „Tully“ also nicht einfach nur ein Film über oder für Mütter ist, sondern vielmehr zeigt, was es bedeutet sich selbst aufzugeben und doch immer wiederzufinden, solltet ihr euch unbedingt selbst im Kino anschauen.

Zum Kinostart (31.05.2018) verlosen wir 2×2 Tickets.
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Das Gewinnspiel läuft bis zum 10.06.2018, 24 Uhr. Alle Bedingungen und Gewinnspielregeln findest du hier. Alle Informationen zum Schutz deiner Daten kannst du hier nachlesen.