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M.I.A. schaut über die Grenzen

M.I.A. war schon immer dafür bekannt sozialkritisch der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Dies bestätigt sie nun wieder in ihrem neuen Song „Borders“. Ein einfacher Text stilistisch mit der immer gleichen Frage unterlegt.

„What’s up with that?“

Wo ist das Problem? Was ist da los? 
Das fragen wir uns schon lange, wenn wir uns das aktuelle Zeitgeschehen anschauen. Es ist längst offensichtlich, dass die derzeitige Situation immer mehr Fragen als Lösungen aufzeigt und wir können einfach nicht mehr wegschauen vor den Problemen unserer Welt. M.I.A. greift dabei nicht nur die Situation der Flüchtlinge in Europa und weltweit auf, sondern zeigt mit dem Finger auch auf Übergriffe der Polizei, wirtschaftliche Interessen und politische Versäumnisse. Immer wieder fragt sie, was damit nur los ist. Was ist mit unseren Werten, unseren Familien und unserem Glauben geschehen?

Und natürlich will sie bei uns eine Reaktion provozieren. So wirft sie uns vor, dass wir das, was da gerade passiert in der Welt – die Armut, die Gewalt an den Grenzen, die Verzweiflung der Flüchtlinge – einfach so hinnehmen. 

„Borders
What’s up with that?
Politics
What’s up with that?
Police shots
What’s up with that?
Identities
What’s up with that?
Your privilege
What’s up with that?“

M.I.A. hat bei dem Video zu „Borders“ nicht nur selbst Regie geführt und editiert, sondern auch den Kreativteil ausgefüllt. Dieser besteht aus der Erzählung einer „einfachen“ Geschichte, die  mittlerweile uns allen bekannt sein sollte: die unfassbare Situation der Flüchtlinge an Grenzzäunen, in überfüllten Booten und dem Ankommen an neuen Ufern. M.I.A. erzählt in starken Bildern, was es bedeutet auf der Flucht zu sein. Vielleicht brauchen wir diesen Spiegel. Nicht nur durch journalistische Aufarbeitung, sondern eben auch in unserer täglichen Unterhaltung.

Damit ist das aktuelle Zeitgeschehen auch in der Popmusik angekommen.