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Leser*innen-Stimmen: Female Health

Die Female Health Woche geht zu Ende. Wir haben viele Themen besprochen, die anscheinend dringenden Redebedarf haben. Gerade das Thema Endometriose und PMS hat viele von euch berührt und beschäftigt. Wir sprachen aber auch über Hautpflege, DIY-Binden und Periodenunterwäsche. Und haben wahnsinnig viel Resonanz bekommen und eure eigenen Geschichten gehört. Danke für euer Vertrauen! 

Auf Instagram haben wir die Woche mit der jeweiligen Frage des Tages begleitet und haben dort viele Themen besprechen können. Wir werden diese auf jeden Fall noch weiter ausführen und überlegen, wie wir in Zukunft das Thema Female Health regelmäßiger integrieren können. Hier folgt nun ein Teil (es waren teilweise einfach zu viele, um alle abzubilden) euer Antworten. Wir freuen uns über weiteres Feedback und den Austausch mit euch.

© Unsplash/Billie

Eure Erfahrungen mit Frauenärzt*innen

© Unsplash/Jimmy Fermin

„Da kann ich so viel schreiben.“
„Meiner ist total putzig, nimmt mich ernst und berät ehrlich.“
„Meine neue ist super! Meine alte leider nicht. Hat mich nicht über die Pille aufgeklärt.“
„Wenig Unterstützung, wenn es beim Thema Lust hapert.“
„Ich fühle mich wohler bei Männern. Da bin ich die Einzige im Bekanntenkreis.“
„Ich habe glücklicherweise nur gute Erfahrungen gemacht. Egal, wie heikel ein Thema war.“
„Reagieren nicht auf den Wunsch nach natürlichen Behandlungs- und Verhütungsmethoden.“
„Ich habe bis jetzt noch immer keinen passenden für mich gefunden.“
„Negativ. Nicht ernst genommen und bevormundet.“
„Meine jetzige Frauenärztin ist der Hammer! Sie nimmt sich Zeit, geht auf einen ein und selbst die Arzthelferinnen achten so sehr darauf, dass man sich wohl fühlt.“
„Meine erste Frauenärztin war sehr schlimm. Ich war ca. 13 Jahre alt und sie hat gar nicht darauf geachtet, dass ich noch nicht bereit war auf „den Stuhl“ zu gehen und meinte einfach, ich solle mich nicht so anstellen. Als ich die Pille nicht nehmen wollte, hat sie noch total abfällige Kommentare dazu gemacht.“

Euer Feedback zu Endometriose

Eure Anteilnahme und das teilweise sehr persönliche Feedback, vor allem über Privatnachrichten hat uns wirklich begeistert und berührt. Anscheinend leiden viel mehr Menschen unter Endometriose als wir annahmen. Der Austausch zeigt, dass es Wege und Möglichkeiten gibt damit umzugehen und dass es vor allem wichtig ist positive Erfahrungen miteinander zu teilen.

„Spiegelt meine Erfahrungen, Gedanken und Gefühle, die ich seit der Diagnose gemacht habe, leider sehr treffend wider.“
„Danke für deinen Mut. Ich danke deinem Körper, dass er das Zuhause einer so tollen Seele ist.“
„Ein berührender Text, über ein Thema, welches oft tot geschwiegen wird.“
„Je mehr wir darüber reden, desto bekannter wird Endometriose und desto mehr haben es die Ärzt*innen auf dem Schirm. Irgendwann ändern sich auch die Lehrpläne der Medizin-Universitäten, die mit ein Grund dafür sind, dass Ärzt*innen diese Krankheit nicht kennen.“
„OMG, ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt.“

Was müssen wir tun, damit Frauen und Mädchen offen über Menstruation sprechen können?

© Unsplash/Billie

„Mit Jungs und Männern darüber sprechen, um das Thema zu enttabuisieren.“
„Es zum normalen Thema machen, auch für Männer! Dann ist es kein „blöder Mädchenkram“ mehr.“
„Ent-schämen und wieder als das wahrnehmen, was es ist. Ein Wunder und eine Reinigung.“
„Wir sollten zeigen, dass Menstruation weder ein Tabuthema noch eklig ist.“
„Offener Umgang in der Schule“
„Wir müssen es vormachen und darüber sprechen. Es braucht Vorbilder.“
„Niemand schätzt, dass es zum Lebenskreislauf und zur Zeugung der künftigen Generationen dient.“
„Frauen und Mütter sollten ihren Töchtern helfen sich kennen und lieben zu lernen. Auch Männer müssen lernen, dass es nicht Schlimmes ist.“
„Kein Sex während der Menstruation ist auch ein Thema, was zeigt, wie viele sich davor ekeln.“
„Das Thema muss, wenn möglich, in der Familie und in der Schule offen thematisiert werden.“

Habt ihr Schwierigkeiten mit PMS?

Gerade das Thema PMS hat bei Instagram für einen wahnsinnig intensiven Austausch gesorgt. Es kamen sehr viele Nachrichten und Kommentare zu dem Thema rein, das anscheinend viel zu wenig behandelt wird. Wir werden es auf jeden Fall auch in Zukunft noch einmal aufgreifen!

„Absolut! Stimmungsschwankungen der hässlichsten Art“
„Ne“
„Durchfall!!!“
„Manchmal habe ich ein richtig mieses Stimmungstief.“
„Fast nie“
„Bis ich schwanger wurde ja. Unglaubliche Schmerzen und schlechte Haut ca. 14 Tage lang“
„Letztens dachte ich ernsthaft, ich kriege Magen-Darm oder so. Ach ne, war PMS. Schön, danke auch.“
„Ich merke PMS vor allem an der Stimmung. Das ist echt gar nicht witzig.“
„Ich bin oft super sensibel und traurig, aber komischer Weise nicht jeden Monat. Jetzt erklär‘ mir das mal einer!“
„Ich habe PMDD, was bedeutet, dass die psychischen Implikationen die schlimmsten sind. Es ist extrem anstrengend einmal im Monat extreme Depressionsschübe zu bekommen. Gepaart mit den physischen Symptomen und meinem extrem wackeligen Körperbild eine sehr blöde Kombi. Das Einzige, was hilft, ist die regelmäßige Einnahme von Nachtkerzenöl. Das macht dann den Unterschied zwischen Dauerheulerei und „nur“ kurzen Heulschüben aus.“
„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mich Gynäkolog*innen als Mimose abtun, mir sagen, dass ich dann doch einfach die Pille nehmen soll oder Schmerztabletten. Ich trinke mittlerweile Damiantee, das hilft ganz gut gegen die Muskelverspannungen und die Krampfbeschwerden.“
„Ganz stark hilft Sport! Je mehr und intensiver ich mich körperlich betätige, desto weniger sind die Beschwerden! Psychisch wie physisch.“
„Als inzwischen mindestens 3-4 Jahre Wechseljahrerfahrene bin ich zwar erleichtert, die monatlichen Probleme nicht mehr so akut zu haben, aber die Deutung der eventuell vermutlich hormonbedingten Probleme ist erschwert… und fühlt sich manchmal etwas hellseherisch an.“
„Ich finde es ziemlich krass und traurig, dass ich seit fast 20 Jahren meine Periode habe und ich aber erst in den letzten Jahren meinen Körper richtig kennenlerne und die Zeichen und Emotionen zu deuten weiß. In meinem Fall hat niemand (Frauenärztin, Mama, Schule) mir PMS wirklich erklärt. Ich habe jahrelang ohne Bedenken die Pille genommen, einfach weil „alle das so machen und mir ja die niedrigste Dosis verschrieben wurde“. Wir müssen daran arbeiten die jungen Mädels richtig aufzuklären!“

Welche Gesundheitsfragen beschäftigen euch sonst?

Hier haben die meisten von euch psychische Erkrankungen angegeben. Wir widmen dem Thema im Dezember noch eine eigene, komplette Themenwoche und freuen uns, wenn ihr dann wieder so aktiv dabei seid.

„Haarausfall und Haarbruch“
„Psychische Erkrankungen“
„Darmgesundheit in Verbindung mit Ernährung“
„Schilddrüse“
„Psychisches“
„Welche natürlichen Mittel helfen bei Rheuma? Vor allem im akuten Schub.“
„Haare, Darm, Haut und Psychisches“
„Die Auswirkungen von Hormonen!“
„Chronische Blasenentzündung“
„Darm und wie sich die Psyche auf den Körper auswirkt bzw. durch Schmerzen äußert.“
„Ernährung und Psychisches“
„Ich habe wahrscheinlich ein Lipödem. Was kann man gegen die Schmerzen in den Beinen machen?“

Welche Hygieneartikel benutzt ihr während der Menstruation?

ca. 450 Teilnehmer*innen pro Frage

Diese Umfrage war super spannend und es haben wirklich sehr viele von euch teilgenommen. Interessant ist, wie viele noch auf herkömmliche Tampons zurückgreifen und keine Bio-Tampons benutzen. Ansonsten sind wohl die Menstruationstasse und Tampons immer noch das beliebteste Mittel der weiblichen Hygiene. Wir sind gespannt, wie sich das Ganze nun mit der verfügbaren Periodenunterwäsche entwickeln wird.© Unsplash/Hanna Postova

Vielen Dank für eure rege Teilnahme und das Interesse. Der Austausch tut wahnsinnig gut und es ist schön zu sehen, wie interessiert und aufgeschlossen ihr seid. Je mehr wir alle über all diese Themen reden, desto mehr drängen sie auch dahin, wo sie hingehören, in die Mitte unserer Gesellschaft.