286 Views |  Like

Kristine & Kati von ooshi: „Menstruierenden steht es zu, dass sie nachhaltigere und komfortablere Lösungen bekommen.“

Kristine Zeller und Dr. Kati Ernst, Gründerinnen der Periodenunterwäsche ooshi, haben nach über zehn Jahren in großen Konzernen die Nase voll. Viele Jahre haben sie sich über das Mama- und Frausein und das Arbeiten ausgetauscht, über Work-Life-Balance und dem Sinn dahinter. Sie spürten zunehmend den Wunsch mit ihrer Arbeit auch positiven gesellschaftlichen Einfluss zu nehmen. Nachdem die Beiden als Führungskräfte und Mentorinnen in Großunternehmen die Werdegänge vieler Frauen bereits unterstützt hatten, sollte das Thema Female Empowerment und Nachhaltigkeit das Zentrum ihrer Arbeit werden.

Zusätzlich wurde immer deutlicher, dass es auf dem deutschen Arbeitsmarkt kaum die Option einer inhaltlich anspruchsvollen Führungsrolle, mit flexiblen Arbeitszeiten und –Orten gibt. Kati und Kristine sind beide Mütter und haben insgesamt fünf Kinder unter acht Jahren. Und dennoch wollten sie genauso anspruchsvolle Jobs ausüben, wie ihre Männer und männlichen Freunde – und gleichzeitig auch die eigenen Kinder beim Heranwachsen begleiten.

Der Weg zu ooshi war geebnet und sollte sich in den darauffolgenden Monaten verfestigen. So wunderten sich die beiden Powerfrauen, warum es keine Innovationen im Bereich Periode und deren Hygiene gab und stießen bei ihrer Recherche auf den spannenden und völlig neuen Bereich der Periodenunterwäsche. Es wurde getestet, geforscht und gefeilt und heraus kam ein Produkt, das sich sehen lassen kann. ooshi ist eine Panty, die du während deiner Periode ohne weiteren Schutz tragen kannst. Sie hat ein integriertes, kluges Membransystem, höchsten Tragekomfort durch weiche und feuchtigkeitsableitende Merinowolle und ist absolut auslaufsicher.

Die Kickstarter-Kampagne von ooshi übertraf bereits alle Erwartungen und sammelte allein in den ersten sieben Stunden 10.000 Euro ein. Damit konnte das Produkt endlich Wirklichkeit werden. Nun soll es den deutschen Markt erobern und für Tausende Menstruierende Erleichterung schaffen.

Wir sind auf jeden Fall Fans der ersten Stunde und es war schnell klar, diese beiden Frauen, die den Female Health Markt revolutionieren, müssen wir unbedingt treffen. Herausgekommen ist ein spannendes Gespräch über den Status Quo von Period-Talk in der Öffentlichkeit, die Möglichkeit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und über die große Frage, was unsere Periode eigentlich mit Nachhaltigkeit zu tun hat. 

Im Gespräch sprechen wir oft von Frauen. Uns und ooshi ist es jedoch wichtig zu erwähnen, dass nicht nur Frauen menstruieren und die Periodenunterwäsche tatsächlich für alle Menstruierenden gedacht ist.

Die Periode ist in der breiten Öffentlichkeit noch immer ein Tabu-Thema. Woher kommt dieses Tabu?

Kati: Wir merken sehr stark, dass es ein krasses Redebedürfnis gibt. Wir bekommen wahnsinnig viele private Nachrichten. Es beschäftigt sie, ihre Töchter und auch ihre Partner*innen. Wir führen häufig Gespräche mit Männern, die uns von ihren Beobachtungen bei ihrer Partnerin erzählen. Wir wollen gerne viel mehr informieren und auch dazu ermutigen sich mehr mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen. Alleine, dass man ausrechnen muss, wie viele ooshis man benötigt, führt dazu, dass man anfängt zu überlegen, wie viel man eigentlich blutet. Bei vielen Frauen bedeutet das auch ihren Frieden damit zu finden, weil es bis heute etwas war, was sie weggestoßen haben. Wir hätten viel erreicht, wenn Frauen selbst mehr über sich verstehen und auf Basis dessen könnten sie dann anfangen das Tabu nach außen zu brechen.

Kristine: Es beginnt bei der Scham vor sich selbst. Um rauszugehen und stolz das T-Shirt mit dem Perioden-Claim zu tragen, setzt es erstmal voraus, dass du für dich gut damit klarkommst. Viele verstecken es noch vor sich selbst und haben Angst darüber zu reden. Wir sind auch nicht diejenigen, die schreiend durch die Straßen rennen und sagen, dass das morgen komplett anders sein muss.

Unser Weg ist eher ein behutsamer. Wir respektieren, dass es Themen gibt, die für manche eher privat oder intim sind. Wir möchten die Frauen an die Hand nehmen und sie ermutigen, dass sie sich trauen darüber zu sprechen. Aber wir sind nicht missionarisch unterwegs, was unsere Kund*innen betrifft. Wir wollen wirklich alle Frauen erreichen und das Gefühl schaffen, dass ooshi wie eine Freundin ist. Du kannst mit ihr vertraut sprechen. Dafür müssen wir erstmal erkennen und akzeptieren, dass es ein Tabu ist und jede dort abholen, wo sie gerade steht. Es wäre natürlich gut, wenn dieses Tabu irgendwann gebrochen und offen darüber gesprochen wird.

In der Medienlandschaft beobachtet man es eher anders herum. Dort geht es oft darum jetzt lauter zu werden, was das Perioden-Thema angeht und plakativer zu machen.

Kati: Man muss da auch unterscheiden, wie wir mit unseren Kund*innen sprechen und wie wir persönlich gegenüber der Öffentlichkeit sprechen. Wir stellen uns selbst total nach vorne und sagen, dass Frauengesundheit ein riesen Thema ist. Es gibt keine Innovationen, dabei betrifft es einen so großen Teil unserer Gesellschaft. Das muss sich ändern und Frauen steht es zu, dass sie nachhaltigere und komfortablere Lösungen bekommen. Dafür stehen wir bei jeder Gelegenheit ein.

Wie war es denn bei euch im Umfeld als ihr erzählt habt, dass ihr Periodenunterwäsche macht?

Kristine: Es gab viele, die gesagt haben, dass wir verrückt sind. Aber wenn wir dann erzählt haben, wie wir dazu gekommen sind, was damit einhergeht und wie groß der Markt ist, konnten wir oft einen Aha-Moment erzeugen. Wenn wir mit Frauen darüber sprachen, lösten wir oft einen Redeschwall aus und sie offenbarten uns ihre Herzensthemen.

Wenn wir mit Männern gesprochen haben, war es bei vielen im Business-Kontext so, dass sie es am Anfang komisch, vielleicht sogar eklig, fanden. Aber wenn wir dann gesagt haben, wie groß der Markt und das Umsatzpotenzial ist, konnten sie den Businessaspekt besser akzeptieren. Als wir anfingen mit unseren Stofflieferanten zu sprechen, waren die auch total verwundert, was wir da machen. Jetzt waren wir mit der ersten Lieferung nach einer Woche ausverkauft und als ich anrief und sagte, wir brauchen mehr, war sofort alles klar. Sie mussten da erst aufwachen. Wir haben jetzt einen richtig tollen Support. Sie haben richtig Feuer gefangen.

Und wie kam es dann zu dem Namen?

Kati: Der Name hatte ursprünglich ein M vorne. Und wir fanden das sehr schön bis wir es doch als zu viel empfanden. Wir hatten uns aber schon so verliebt. Die beiden O’s. Dieses Runde, Weibliche. Der Klang, der sehr weich ist. Die Assoziation zu Japan gefiel uns total gut. Wir habe sehr viele positive Assoziationen mit Japan, vor allem was qualitative Kosmetik und Reinheit betrifft. Deswegen haben wir dann einfach das M weggelassen.

Ihr sprecht immer wieder von Nachhaltigkeit. Was bedeutet das für euch?

Kristine: Das Wichtigste, was unser Produkt schafft, ist Tonnen an Müll zu vermeiden. Das ist für uns das wichtigste Statement. Du kannst ooshi immer wieder verwenden. Für mich persönlich hat es eine sehr tiefe Bedeutung. Ich habe vorher bei einem großen Fashion Retailer gearbeitet. Und der Fokus lag immer mehr auf Fast Fashion. Je günstiger, desto besser. Konsument*innen sollten immer mehr kaufen und es immer schneller wegwerfen, damit sie sich schnell etwas Neues kaufen können. Das war einer der Gründe, warum ich dort ausgestiegen bin. Für mich ist es ein Herzensthema eine Brand zu gründen, die einerseits wirklich was für Frauen und auf der anderen Seite auch etwas für die Umwelt tut. Unsere Produktion in Portugal ist auch GOTS-zertifiziert.

Kati: Da hat es echt eine Bewegung gegeben bei unserem Produkt. Als wir die Idee hatten, ging es uns hauptsächlich um Empowerment. Erst als wir das Produkt und dessen Verwendung durchgedacht haben, stellten wir fest, dass es ein super nachhaltiges Produkt ist. Das ist mittlerweile mit am Herzen der Marke. Alles was wir jetzt machen, ist stark mit dem Thema verknüpft. Wir machen uns bei der Verpackung Gedanken, beim Shipping. Wie können wir möglichst nachhaltig in allen Bereichen werden? Wir hatten diverse Diskussionen mit Zulieferern, da wir nicht jede einzelne Panty in Plastik verpackt haben wollen. Wir stellen alle Schritte zumindest in Frage. Wir haben noch viel vor uns, aber es bestimmt alles mit.

Ihr habt eine bemerkenswerte Größenauswahl. Gerade auch im Fair Fashion Bereich ist die Auswahl sonst sehr begrenzt, weil es oft zu teuer ist. Warum könnt ihr das so gut umsetzen?

Kristine: Wir hatten von Anfang an Bilder von Fotoshootings im Kopf, bei denen verschiedene Hautfarben und Körpertypen repräsentiert werden. Eben alle Frauen! Ich kann verstehen, dass viele Fair Fashion Labels das nicht machen können, weil sie verschiedene Kollektionen haben. Das Produkt ändert sich alle 3-6 Monate und birgt damit ein viel höheres Lagerrisiko. Wir haben feststehende Artikel. Wir arbeiten nicht im Kollektionsrhythmus. Umso länger du einen Artikel laufen lassen kannst, umso mehr kannst du dir erlauben Größen aufzusplitten.

Interessanter Punkt. Das bedeutet auch, dass Labels viel mehr aus diesen Kollektionsrhythmen rausgehen und auf Sales verzichten müssten, oder?

Kati: Ja, vor allem aus Nachhaltigkeitsgründen. Du produzierst dann automatisch auch Produkte, die viel länger halten sollen.

Die Diversität in eurer Kommunikation fällt total positiv auf und ist sehr erfrischend zu sehen. Man bekommt schnell das Gefühl, dass ihr alles, was man besser machen kann, besser machen wollt. Woher kommt dieser Antrieb?

Kati: Kristine und ich kennen uns schon sehr lange. Uns verbindet, dass wir beide sehr anspruchsvoll sind, was unsere Arbeit betrifft. Wir wollen etwas tun, was uns erfüllt und etwas bewegt. Diese hohen Ansprüche stellen wir an uns selbst und unsere Arbeit. Deswegen stellen wir auch den Status Quo immer wieder in Frage. Geht es anders? Ja, ich glaube, es geht anders. Ich kann meinen Teil dazu beitragen. Ich bin von uns beiden die, die dann auch immer wieder sagt, es geht auch. Kristine ist immer sehr konsequent. Ich trete es los und Kristine kriegt es hin. Deswegen wollten wir auch gerne zusammenarbeiten.

Ist ooshi eigentlich nur für Menstruierende relevant?

Kati: Überhaupt nicht. Wir haben in der Auswertung einer Studio gelesen, dass die Hälfte aller Frauen über 50 Jahre aufgrund von Schmierblutungen oder leichter Inkontinenz täglich Slipeinlagen verwendet. Da funktioniert die Panty genauso gut. Die Frauen, die heute über 50 sind, stehen total im Leben, sind noch super umtriebig, haben ihre Jobs und sind auch weniger kompromissbereit als früher. Sie wollen ihr Leben weiterhin so führen, wie sie es sich aufgebaut haben.

Was sind aktuell die größten Herausforderungen?

Kristine: Der Online-Shop muss fertig werden. Das kostet mich gerade den Schlaf.

Und in Zukunft?

Kati: Das größte Businessthema ist auf jeden Fall unsere Reichweite. Mein persönliches Ziel ist es, dass 2019 jede menstruierende Person in Deutschland weiß, dass es ooshi gibt. Das sind echt viele Menschen. (lacht)

Kristine: Wir haben beim Crowdfunding versprochen, dass wir direkt eine neue Form machen, wenn wir das zweite Fundingziel erreichen. Die Kund*innen haben sich bei einer Abstimmung für Highwaist entschieden. Viele teilten uns mit, dass sie nicht möchten, dass ein Bund auf den unteren Bauch drückt, wenn sie ihre Periode haben. Wir sind jetzt fleißig in der Produktentwicklung, haben aber noch sehr viele andere Ideen. Unterschiedliche Formen, Saugstärken und Farben.

Kati: Durch das Crowdfunding können wir die erste Lieferung der Stoffe sicherstellen. Diese werden extra für uns produziert, da das alles hochtechnisch ist und nichts, was einfach so auf Lager ist. Und wir wollten herausfinden, ob Menstruierende in Deutschland daran interessiert sind. Jetzt können wir weitere Ideen entwickeln.

Ihr habt in den letzten Monaten sehr viel geforscht, habt Fokusgruppen gebildet, mit Wissenschaftler*innen zusammengearbeitet und vieles mehr. Was sind die größten Schwierigkeiten, wenn es um die Periode geht?

Kristine: Ein wichtiges Thema ist Komfort. Manche Frauen können keine Tampons verwenden. Viele Frauen teilten uns mit, dass Binden und Slipeinlagen schwitzten oder es unangenehm ist, wenn sie sie tragen. Bisher gab es da wenige Alternativen. Außerdem ist Nachhaltigkeit einfach ein großes Thema.

Kati: Und die Auslaufsicherheit. Wenige Menschen würden darüber sprechen, dass sie während ihrer Periode oft Flecken an der Kleidung haben. Aber so ist es. Und das ist nicht nur ein Müll- sondern eben auch ein Selbstbewusstseinsthema. Gerade bei jungen Frauen.

Kristine: Viele schildern auch Probleme während der Nacht, dass das gewählte Mittel dann nicht reicht oder verrutscht. So ist ooshi eben auch ein super Backup.

Gibt es sonst überhaupt Forschungen zu dem Thema?

Kati: Die Jungs und Mädels von einhorn haben eine relativ große Perioden-Umfrage gemacht. Da konnten wir einige Sachen herausziehen, auch wenn sie nicht großen wissenschaftlichen Standards unterworfen wurde. Es gibt sonst nur kleinere Studien oder Fragen, die zufällig im Rahmen eines anderen Projekts mit abgefragt wurden.

Es ist wie immer, wenn es um weibliche Gesundheit geht. Es wird viel zu wenig geforscht. Was sind denn bisher eure schönsten Erfolge mit ooshi?

Kati: Die erste Kunden-Email einer Person, die wir nicht kannten und die uns toll fand, war ein super schönes Gefühl. Mein Highlight sind wirklich die E-Mails von Leuten, die berichten, welche Hoffnung sie an dieses Produkt knüpfen. Nicht nur für sich, sondern auch für ihre Töchter.

Kristine: An dem Tag, an dem wir die Kickstarter-Kampagne starteten, hatte ich nur vier Stunden geschlafen, weil ich so aufgeregt war. Und dann bin ich morgens um 5 Uhr aus dem Bett geklettert. Weil der Tag dann sowieso schon angebrochen war, habe ich einfach die Kickstarter-Kampagne schon live gestellt. Eine Stunde später kam ein Verkauf. Und ich dachte mir nur, wie schön, meine Schwester hat schon gekauft. Aber ich habe mich eingeloggt und kannte die Person nicht. Ich rief Kati an und fragte sie, ob sie die Person kennt. Sie kannte sie auch nicht. Der erste Verkauf an eine Person, die wir nicht kannten, das war so schön. Der Tag verlief dann ja sehr rasant und war total verrückt. Wir konnten einfach nicht fassen, was da gerade abgeht.

Kati: Wir haben uns die ganze Zeit gegenseitig angerufen und uns gefreut. Wir wollten uns eigentlich im Büro treffen, aber saßen bis zur Party am Abend in unseren Schlafanzügen zuhause. Erst zwei, drei Tage später ist der Adrenalinspiegel wieder runtergefahren. Wir sind so geflogen in diesen drei Tagen und es hat uns positiv überrollt.

Was sagen eure Töchter zu ooshi?

Kristine: Sie sind sehr interessiert. Gerade meine große Tochter ist sehr offen für das Thema und wir erziehen sie auch so. Bevor wir ooshi gegründet haben, dachte ich immer, dass sie das alles noch gar nicht wissen muss. Jetzt bin ich sehr viel offener und habe mich auch nochmal total hinterfragt. Ich dachte eigentlich, dass ich wenig Tabus damit habe. Aber gerade in Bezug auf meine Kinder glaubte ich immer, ich müsse sie davor schützen. Und dann wurde mir klar, wieso sollte ich sie schützen? Wovor denn?

Kati: Meine Große ist jetzt fünf. Also etwas jünger. Für sie ist nicht nur die Periode ein großes Thema, sondern auch Frauen, die gründen. Letzens hatte meine Schwester sich darüber geäußert, wie ihr Arbeitsleben ist und meine Tochter sagte darauf nur, sie könne ja eine eigene Firma machen. Da kann man selbst bestimmen, was man macht. Diese Vorbildfunktion gibt ihnen ganz andere Perspektiven für sich selbst.

Kristine: Wir hatten auch einen solchen Moment im Sommerurlaub. Meine Tochter spielte mit einer Freundin und zerrte auf einmal die Mutter an der Hand zu mir. „Mami, diese Frau möchte wissen, was ooshi ist.“ Und ich fragte natürlich, wieso. „Ich habe ihr erzählt, dass du da so Schlüppis für die Periode machst.“ Unsere Kinder sind sehr stolz.

Ihr sagt, dass ihr auch gegründet habt, um Familie und Beruf vereinbaren zu können. Schaffen wir Vereinbarkeit denn wirklich nur in dem Modell der Selbstständigkeit?

Kati: Für mich läuft es immer auf die Quote hinaus. Es müssen sich fundamentale Einstellungen und Entscheidungswege in Unternehmen ändern. Die werden sich nur verändern, wenn wir diversere Führungsteams haben. Ich meine nicht nur Männer und Frauen, sondern auch unterschiedliche sexuelle Orientierungen, kulturelle Backgrounds, also einfach unterschiedliche Fassons an Diversität. Im Moment ist das ganze Wirtschaftssystem auf einen Einfamilien-Einkommens-Haushalt aufgebaut, in dem eine Person arbeitet und die andere den Rücken freihält, meistens die Frau. Alle Entscheidungen werden in dieser Kultur getroffen. Es muss einen Umschwung geben und der wird passieren, wenn es eine Quote gibt. Dann werden sich Arbeitsabläufe, Strukturen und Entscheidungswege ändern, sodass wir am Ende besser wirtschaften.

Was wünscht ihr euch für Frauen 2019?

Kati: Für mich ist das ganze Thema Selbstliebe gerade wahnsinnig wichtig. Es gibt natürlich noch andere Themen wie Mädchenbildung und anderes, was mir am Herzen liegt, aber im Moment, auch gerade in Deutschland, ist das Thema Selbstliebe ganz weit oben. Dass Frauen und Mädchen einfach wissen, dass sie super sind, genau so wie sie sind. Jede Größe, jede Form, jedes Alter, jede Farbe. Ganz egal!

Kristine: Das ist genau das, woran ich auch gedacht habe. Es geht vor allem auch erstmal darum zu erkennen, worin ich gut bin. Was kann ich nicht? Und dann auch das Schlechte akzeptieren und zu wissen, dass auch das gut sein kann, weil es mich auch vor gewissen Dingen schützt. Akzeptieren, was ist. Und der nächste Schritt ist, dies auch lieben zu können. Selbstbewusstsein ist ein ganz großes Thema, sich nicht verstecken oder zu denken, man ist nicht gut genug oder schafft es nicht. Empowerment! Dass sich Frauen aus sich selbst raus einfach mehr zutrauen.

Liebe Kati, liebe Kristine, vielen Dank für das wahnsinnig spannende Gespräch. Wir wünschen euch alles Gute für eure Mission mit ooshi und verfolgen euren Weg gespannt!

 

>>> G E W I N N S P I E L <<<

Yeah, es gibt Grund zu feiern!
Eine ooshi wird heute eine*n neue*n Besitzer*in finden. 
Verratet uns in den Kommentaren eine kleine Perioden-Anekdote (Huch, da war wieder ein Fleck auf den weißen Shorts!)
und ihr landet im Lostopf.

Das Gewinnspiel läuft bis zum 10.12.2019. Unsere Gewinnspielregeln findet ihr hier.