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JAN ‘N JUNE: „Warum so viel Neues schaffen, wenn man auch recyceln kann?“

Es gehört schon eine ordentliche Portion Mut dazu kurz nach dem Studium ein Modellabel zu gründen. Noch dazu, wenn man sich in den Kopf gesetzt hat coole, tragbare, nachhaltige Mode zu machen, die sich Jeder leisten kann. Leider ist das (noch!) eine Nische, in der nur sehr wenige Labels mitmischen. Dennoch haben Anna, 25, und Jula, 24, diesen Schritt gewagt und 2014 ihr Label JAN ‘N JUNE gegründet. Wir haben die zwei Powergirls im Sommer auf der Fashionweek im Greenshowroom kennengelernt und es hatte sofort gefunkt. Nicht nur, dass die Zwei uns ganz herzlich auf ihrem Stand in Empfang nahmen, uns ein Piccolöchen in die Hand drückten und von sich erzählten als wären wir schon immer Freundinnen, ließ unser Herz schwach werden, ganz besonders begeisterte uns ihre Mode. Der Stil ist wunderbar minimalistisch, es wird mit viel Liebe auf Details geachtet und tolle Farben verwendet – in der Kombination daraus ergibt sich ein moderner Twist, so dass man jedes einzelne Teil der Kollektion wirklich jeden Tag gern tragen möchte, weil es schick ist und man sich rundum wohlfühlt.

So war es für uns keine Frage, dass wir die Mädels mal in Hamburg in ihrem Atelier besuchen wollten, um mit ihnen ein Interview zu machen, schließlich wollten wir sie euch unbedingt vorstellen. Gesagt, getan – hier kommt das Interview: 

Not Another Woman Mag: Eure aktuelle Kollektion „Breaking through“ ist gerade erst erschienen und beschreibt so ziemlich das, was ihr mit eurer Mode erreichen wollt – endlich aus dem Ökosumpf ausbrechen und zeigen, dass faire Mode vor allem eins kann: stylisch sein und dazu bezahlbar. Ist diese Kollektion für euch auch so eine Art Befreiungsschlag?

JAN ‘N JUNE: So haben wir das noch gar nicht gesehen (antworten beide im Chor und lachen).

Jula: „Breaking through“, die aktuelle Herbst/Winter Kollektion 15/16, war tatsächlich die erste Kollektion, mit der wir auf einer Messe gewesen sind. Der Name der aktuellen Kollektion entstand also aus dem Gedanken heraus, dass diese als erste auf eine Messe geht, mit der wir wahrscheinlich das erste Mal in Läden vertreten sein werden und mit der wir uns das erste Mal offiziell präsentieren. Dass wir im Nachhinein auch mit der allerersten Kollektion in Läden reingekommen sind, hätten wir nie gedacht.

Anna: Mit der ersten Kollektion haben wir unsere Crowdfunding Kampagne gemacht und sie war eher sowas wie unsere Versuchskollektion, mit der wir vieles wirklich zum ersten Mal gemacht haben. Es lief auch alles gut, sodass wir dann mit „Breaking through“ richtig Vollgas geben und den gängigen Weg mit dem kompletten Zyklus von der Orderphase über die Messe usw. gehen konnten. Somit betrachten wir diese Kollektion als unseren „Breaking through“, wobei auch die erste Kollektion schon sehr erfolgreich war, nur eben nicht mit allen Schritten, eher so ein verkappter „Breaking through“.

NAWM: Warum ist euch nachhaltige Mode so wichtig?

Anna: Der ausschlaggebende Punkt kam durch das Studium. Durch das ganze Studium zog sich das Seminar „Textiltechnologie“, in dem im Grunde alle Materialien und ihre Herstellung besprochen wurden. Natürlich wurde dies zum Ende des Studiums auch aus kritischer Perspektive betrachtet und wir stellten fest, da gibt es nicht nur Baumwolle und die kann man so und so verarbeiten, sondern es stellten sich Fragen wie: Was ist denn Baumwolle im Anbau und wie sieht die Zukunft dafür aus? Wir haben diesem Professor des Kurses einiges zu verdanken. Er hat für uns ein neues Fenster eröffnet und uns neue Materialien, Verfahren und Technologien vorgestellt. Er hat uns einfach neue Denkanstöße gegeben. Mich hat das Thema so sehr interessiert, dass ich auch meine Bachelorarbeit über das Thema geschrieben habe.

Jula: Mit diesem Wissen im Hinterkopf und dass man sich ja sowieso für Mode interessiert, hat man ein besseres Auge dafür wie die Zustände sind. Irgendwann sitzt man dann da und denkt sich, dass es so richtig schwierig ist, noch weiterhin diese zu vertreten. Man fragt sich zum Ende des Studiums auch, wo will ich hin? Wo will ich arbeiten? Man schaut in den Läden in die Etiketten, woraus die Stoffe sind. Oh Viskose, oh nee dann lieber nicht kaufen.

NAWM: Warum? Was ist an Viskose nicht so gut?

Anna: Viskose benötigt einen unglaublich hohen Einsatz von Chemikalien bei der Herstellung. Bei dem Punkt, wo die Zellulose aus dem Holz herausgetrennt bzw. rausgewaschen wird, werden extrem viele Chemikalien eingesetzt. Doch es gibt schon modifizierte Verfahren, die deutlich besser sind, obwohl der gleiche Rohstoff verwendet wird. Und der finale Stoff fühlt sich letztlich sehr ähnlich zu Viskose an. Doch beim Viskose-Verfahren werden überhaupt keine Filter eingesetzt, sodass die ganzen extremen Chemikalien, die da eingesetzt werden, in die Umwelt, ins Grundwasser gehen können, wenn der Produzent diese nicht richtig entsorgt.

Jula: Und dann hast du sowas, wie Anna eben schon ansprach, wie Lyocell, das in einem geschlossenen Verfahren, in dem alles wieder aufgefangen und zu 99,9% immer und immer wieder benutzt wird, eingesetzt wird.

Anna: Und es werden nicht-toxische Lösungsmittel eingesetzt. D.h. es ist für die Pflanzen und Tiere, die mit dem Wasser in Berührung kommen, kein Problem.

Jula: Wir haben diese Möglichkeiten heutzutage und so ist es für uns kein Grund zu sagen, da möchte ich keinen Wert drauflegen, wenn wir es doch können. Um also auf die Ausgangsfrage zurück zukommen: Wir haben uns gefragt, wie wir als Konsument, als auch beruflich, damit umgehen und uns entschieden, diesen neuen Weg mit nachhaltiger Mode zu gehen. Unabhängig davon war uns auch bewusst, was wir an Weltfaserproduktion haben, so an Naturfasern, das kann nicht länger den Bedarf  decken. Wir werden immer mehr Menschen und wir brauchen einfach den Platz. Da wo z.B. Baumwolle angepflanzt wird, das brauchen wir für Essen. Hier muss es irgendeinen Switch geben. Klar, gibt es Verfahren, sowas aus anderen Rohstoffen zu machen, aber dafür hat die Baumwolle einfach einen zu hohen Stellenwert. Und wir fragen uns, warum so viel Neues schaffen, wenn man auch so viel recyceln kann? Wir sind nach wie vor an dem Punkt, dass sogenannte Virgin Fabrics, immer noch günstiger sind, als recycelte Materialien. Man bezahlt also weniger. Und auf kurze Sicht und schnellen Profit, kaufen eben viele Unternehmen das, was pro Meter am wenigsten kostet. Aber ab einem gewissen Moment wird das nicht mehr so bleiben, denn je weniger es gibt, desto höher ist die Nachfrage und so teurer wird es. Und dann switcht es. Dann stellt sich die Frage, wie gut bist du aufgestellt, dass du aus recycelten Materialien produzieren kannst. Hast du deine Lieferanten dafür, die deinen Bedarf decken können? Ich kann nicht verstehen, dass man sich nicht früher darauf einstellt.

Anna: Wir kommen aber gerade von einer Stoffmesse in München. Und ich muss schon sagen, dass zur vorherigen Messe im Februar der Bereich der Organic Section super voll war. Also ich glaube schon, dass es diesen Trend gibt und das langsam umgedacht wird.

Jan n June

NAWM: Wie funktioniert das Arbeiten miteinander? Worauf wollt ihr beim anderen nicht mehr verzichten?

Jula: Ich finde es ist einfach eine unglaubliche Erleichterung, wenn man über Sachen sprechen kann, als wenn man allein ist und Entscheidungen alleine treffen muss. Es ist immer gut eine andere Meinung zu hören. Besonders von jemanden, der das gleiche Ziel verfolgt und genauso drin steckt. Freunde und Familie können das nicht im gleichen Umfang leisten. Deinem Geschäftspartner musst du nicht erst den gesamten Sachverhalt erläutern, da dieser genauso gut Bescheid weiss.

Anna: Im besten Falle ist es auch so, dass man sich als Partner mit Wissen und Know How ergänzt. Bei uns ist das so. Es wäre zwar schön, wenn wir noch Jemanden mit besseren IT-Fähigkeiten hätten, aber dennoch ist es bei uns so, dass jeder seine Lieblingsaufgaben hat und es sich daher ganz gut aufteilt. Wir haben auch schnell festgestellt, dass es keinen Sinn macht, wenn alle alles machen. Sonst macht man alles doppelt. Zu zweit kann man sich auch anders motivieren und erinnern, warum man das gerade machst. Oder der Andere sagt, dass es doch eigentlich gar nicht so schlimm ist, was gerade schief gelaufen ist.

NAWM: Seid ihr denn oft auch unterschiedlicher Meinung?

Jula: Also wegen grundsätzlicher Sachen selten, eher bei normalen Kleinigkeiten wie: Wie groß soll der QR Code auf dem Cape sein?

NAWM: Habt ihr irgendwelche Design- oder Labelvorbilder?

Anna: Ja, ich denke, dass sieht man auch. Alles was nordisch, skandinavisch und clean ist, gefällt uns sehr. Céline ist ein tolles Label. Stella McCartney. Aber Vorbilder sind das eigentlich nicht. Dafür sind wir zu sehr JAN ‘N JUNE.

Jula: Ja genau, wir denken auch in JAN ‘N JUNE und das sagen wir auch so. Wir stellen uns immer wieder die Frage: Ist das jetzt JAN ‘N JUNE oder nicht? Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass von der Vermarktung und dem kommerziellen Gedanken Armed Angels  – unabhängig von dem was sie in der Mode machen – dass die es einfach haben. Sie haben es in kürzester Zeit geschafft, preiswerte Mode im Streetstyle, die anders ist als die typische Ökomode, an den Mann zu bringen. Sie haben sich echt rausgeboxt und es ist ein Name. Sie hängen in super vielen konventionellen Läden und eben nicht nur in Ökoladen. Und das ist, unabhängig von Stil der Mode, echt eine große Leistung. Das ist unsere Business-Inspiration.

NAWM: Eure erste Kollektion habt ihr mit einer Crowdfunding-Kampagne finanziert. Habt ihr stark darauf vertraut, dass das funktionieren kann?

Jula: Wir haben es einfach probiert. Wir haben relativ schnell geschaut, wie und was wir haben wollen und Zeit, Ideen und Herzblut reingesteckt und einfach probiert. Und wenn es nicht geklappt hätte, hätte es einen Plan B geben.

Anna: Naja, wobei wir auch gesagt haben, so bisschen steht und fällt es schon damit. Nicht dass wir gesagt hätten, hätte es nicht geklappt, hätten wir es nicht mehr gemacht. Wir haben es eben auch dazu genutzt, um zu schauen, sind es nur wir, die so einen Fimmel haben oder gibt es eine Nachfrage. Rückblickend waren die 10.000 Euro nichts. Besonders von den Mengen, die man investieren muss, z.B. in die Stoffe. Aber es war dann am Ende doch eine gute Summe, die uns gut bei der Produktion geholfen hat, sodass wir weitermachen konnten. Und es hatte einen tollen Marketingeffekt. Und wir haben bis jetzt noch Kunden, die wir dadurch gewonnen haben und immer wieder bei uns bestellen. Und das ist richtig cool!

Jan n June

NAWM: Stellt euch vor, ihr bekommt durch Zufall sehr viel Geld. In was würdet ihr als erstes investieren?

Jula: Also ich hätte zwei Sachen, darf ich auch zwei?

NAWM: Na klar, du darfst auch zwei Sachen nennen? (alle lachen)

Jula: Ich würde mir tatsächlich nochmal jemanden nehmen, der sich mit uns eine Woche hier einschließt und den Onlineshop auf Vordermann bringt und diesen rein technisch so baut, dass er vom Backend perfekt ist. Und sobald das steht, würde ich gern richtig ins Marketing investieren. Leider haben wir noch kein Marketingbudget, aber ich würde es wirklich gerne nutzen, damit noch viel mehr Leute von uns erfahren. Sei es eine coole Blogger-Kooperation oder eine tolle Printanzeige, sowas kostet ja auch.

Anna: Von der anderen Seite kann man mit mehr Geld auch an die Kollektionsentwicklung ganz anders herangehen. Dann hat man wirklich viel mehr Optionen, was auch Materialien, Produktionsmengen angeht, weil man dann auch verbunden mit einem anderen Marketingbudget anders anbieten kann. Da würden sich viele neue Türchen öffnen. Und was auch richtig geil wäre, wenn wir unsere Schnittdirektrice Inhouse hätten und nicht als Freelancer, sodass wir schneller sein könnten.

NAWM: Eure kommende Spring/Summer Kollektion, die wir auf der Fashionweek bewundern durften, trägt den Namen Supergirl. Wer ist für euch ein richtiges Supergirl aka #notanotherwoman?

Jula: Also da gehen unsere Meinungen ein bisschen auseinander. Mich begeistert Sophia Amoruso, die das Buch „Girlboss“ geschrieben und den Onlineshop Nasty Gal gegründet hat. Sie hat es echt mit null Kapital irgendwie geschafft, weil sie erkannt hat, was die richtigen Fäden in ihrem Business sind und wie sie diese zu ziehen hat. Sie hat sich alles nach und nach aufgebaut und über Myspace damals noch ihre Community geschaffen. Sie hat intuitiv alles richtig gemacht. Wahnsinn! Ich muss immer daran denken, als sie schon relativ erfolgreich war und ihre Assistentin neue Bürostühle von einer bestimmten Designermarke bestellt hat. Da war Sophia total sauer und meinte zu ihrer Assistentin, dass geht doch nicht. Man könne doch jetzt nicht einfach das Geld aus dem Fenster schmeißen, nur weil es gerade läuft. Und dann hat sie die Assistentin gezwungen jeden einzelnen Stuhl wieder auf eBay zu verkaufen und durchschnittliche Stühle zu kaufen. Sie ist einfach ein bunter Vogel und konnte sich zum Schluss Investoren aussuchen, obwohl sie keinen gebraucht hätte. Das ist schon sehr beeindruckend.

Anna: Mir fällt jetzt keine ein, die jetzt unbedingt dafür steht, dafür gibt es zu viele tolle Frauen. Für mich steht der Name der Kollektion nicht für eine bestimmte Frau, sondern eher als Anreiz für Frauen, die eine Idee haben sich selbstständig zu machen und aber noch zweifeln. Männer kennen das nicht. Die sagen `Komm wir machen das jetzt einfach!´, auch wenn es nichts wird und vielleicht fünf Startups hochziehen und erst das Sechste wird es dann. Für mich ist die Message an diese Supergirls: Macht‘s einfach! Traut euch! Es gibt so viele tolle Frauen. Also ran da, Mädels! Für mich gibt es, historisch gesehen, viele beeindruckende Frauen, die was durchgesetzt haben. Coco Chanel ist z.B. für mich eine sehr beeindruckende Persönlichkeit. Klar, auch wieder eine Person aus dem Modebusiness. Mich begeistert vor allem ihre Lebensgeschichte. Sie hat viel geschaffen. Sie war jemand, die passioniert bis zum Schluss an ihre eigene Idee geglaubt hat. Bis zu ihrem Tod. Sie ist an einem Sonntag gestorben, dem einzigen Tag, an dem sie nicht gearbeitet hat und im Büro war. Wenn man also an einer Idee glaubt oder die einem nicht mehr aus dem Kopf geht, dann muss man es einfach machen und sich trauen.

NAWM: Welche Superkräfte hättet ihr als Supergirl am liebsten?

Jula: Oh, ich würde gern fliegen können.

NAWM: Das könntest du dann mit eurem Cape-Kleid.

Jula: Genau, finde ich richtig geil. Sich mal eben aus dem Staub machen bzw. mal eben irgendwo schnell sein. Wie im Film „Jumper“.

NAWM: Jula, was ist Annas größte Superkraft?

Jula: Logik. Anna hat ein super räumliches Verständnis für einfach alles. Sie schaut einfach auf den Plan und weiß direkt, wo es lang geht. Sie kann sich das einfach immer so gut vorstellen. Ich muss immer häufiger darüber nachdenken, wie etwas zusammenhängt. Ich glaube, du mochtest Mathe auch ziemlich gern in der Schule (schaut Anna an, die schmunzelnd nickt). Anna hat relativ schnell einen Durchblick, wie man etwas macht. Auch bei den Schnittmustern. Ich muss immer erst einen Knoten im Kopf lösen.

NAWM: Anna, was ist Julas größte Superkraft?

Anna: Sie hat eine extrem gute Durchsetzungskraft. Die mir nämlich fehlt bzw. denke ich, dass Julas Durchsetzungskraft uns immer wieder zugute kommt, z.B. in irgendwelchen Verhandlungen. Da ist es gut, dass sie mal eine kritischere Frage stellt und auf den Tisch haut. Da bin ich vielleicht einfach zu weich oder zu harmoniebedürftig. Jula hat da keine Hemmungen Klartext zu reden. Was uns häufig schon zugute gekommen ist. Da ergänzen wir uns sehr gut.

NAWM: Habt ihr einen Soundtrack zu eurer neuen Kollektion? Welche Musik verbindet ihr damit?

Jula: Also für die Supergirl Kollektion ganz klar das Reamonn-Cover „Supergirl“ von Alle Farben und Anna Naklab. Das lief ja im Frühjahr rauf und runter und hat uns bestimmt beeinflusst. Für die anderen Kollektionen ist es auf jeden Fall elektronische Musik. Wobei es da keinen bestimmten Song oder Künstler gibt.

Jan n June

NAWM: Ein Blick in die Glaskugel: Welche Zukunft prognostiziert ihr der deutschen, nachhaltigen Mode?

Jula: Ich glaube, dass mit der Mode auch das passiert, was die Lebensmittelindustrie durchgemacht hat. Nur sehr viel langsamer. Es wird der Punkt kommen, wo es immer mehr in die Masse geht und von der Masse erkannt wird. Und so werden auch immer mehr konventionelle Unternehmen versuchen, dies anzubieten. Zu welchem Grad sie das schaffen können und wollen? Und wirklich wollen! Die Nachfrage ist gefühlt einfach schon da. Und es gibt diese neue Generation nachhaltiger Mode was Blogger und neue Labels angeht. Diese haben wie wir auch einen Recyclingaspekt mit im Konzept und stützen sich nicht nur auf die supertollen Naturfaser. Sie reflektieren einfach, was sie da anhaben.

Anna: Natürlich ist das, was du isst, noch viel näher als das, was du trägst. Chemie zu essen ist etwas anderes als es an die Haut zu lassen. Daher ist es für die Mode einfach ein langsamer Prozess. Es passiert aber schon was. Eben losgetreten vom Lebensmittelsektor. Aber es ist trotzdem ein Spagat zwischen dem Bewusstsein und dem was schon da ist, was auf dem Markt angeboten wird. Und wenn es keine Alternativen gibt bzw. nur welche, die extrem teuer sind oder extrem (Pause und NAWM spricht es auch: hässlich sind, alle lachen). Ja dann wird es auch schwer wirklich um zu switchen. Auch die Kommunikation muss noch besser werden. Was bedeutet nachhaltig einzukaufen. Ist das dann fair? Ist es dann sauber? Wir stellen fest, wenn wir mit anderen Labels auf Messen sprechen, dass selbst untereinander Nachhaltigkeit anders ausgelegt wird.

Jula: Aber viele glaube auch noch nachhaltige Mode ist schweineteuer. Klar haben wir keine Kik-Preise. Aber davon mal abgesehen, gibt es so einen großen Massenmarkt, die im gleichen Preis-Pool herumschwimmen wie wir, aber nicht nachhaltig sind. Dagegen gibt es, selbst wenn du unseren Stil nicht magst, Alternativen. Es ist nicht einmal mehr so schwer. Aber trotzdem braucht es Information. Und man muss sich auch informieren wollen.

Anna: Was ich auch gut finde, sind solche Sachen wie Kleiderkreisel. Das ist auch ein schöner Beitrag. Und es heißt nicht mehr: äähhh das ist Second Hand, sondern cool.

NAWM: Was haltet ihr eigentlich von solchen Aktionen wie der Conscious Collection von H&M?

Jula: Da sind wir zwiegespalten. Es sind die Schweden, kein Wunder das sie schnell damit dran sind. Und gut ist, wenn ein solcher Riese wie H&M so etwas anstößt, erreicht es einfach eine Riesenmasse an Leuten, auch wenn sie sich nichts davon gekauft haben, haben sie mal was davon gehört. Und sie haben wirklich tolle Kampagnen und die Aufklärung dazu. Das ist der positive Teil. Der Nachteil, den ich darin sehe, das Ding heißt Conscious Collection und dann guckst du ins Schild und darauf steht 50 Prozent der Baumwolle, die für dieses T-Shirt verwendet wurde, ist eine nicht-zertifizierte Bio-Baumwolle. Oder 30 Prozent sind recyceltes Polyester. Und das ist so ein bisschen schwammig.

Anna: Genau, das ist schwammig. Und dann haben sie dazu so eine schöne Broschüre gemacht, die wirklich super gemacht war. Aber wenn man zwischen den Zeilen liest, dann ist nicht wirklich viel Aussage dahinter. Nichtsdestotrotz ist es schon mal ein guter Anfang, dass ein solch riesiger Konzern dieses Thema aufbringt und für eine breite Masse präsent macht. Das kann ja nur helfen und schafft Bewusstsein.

Label Steckbrief:

Gegründet: 01. August 2014
Standort: Hamburg
Charakterzüge: gradlinig, clean, unaufgeregt, cool
Lieblingstier: unsere Office Cat „Mörchen“
Lieblingsfarbe: schwarz, weiss, grau
Lieblingsstoff: unser Organic Cotton Fleece

Lieblingsemoji: ✔️

Lebensmotto: fashionable. affordable. sustainable.

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Mit dem Code notanotherwomanmagxjannjune erhaltet ihr 5 % Rabatt auf eure Bestellung im JAN ‘N JUNE Onlineshop.

JAN ‘N JUNE kannst du auch bereits in einigen Läden in Berlin und Köln kaufen. Hier gibt’s die Liste. Ganz bald kommen noch mehr dazu.

Und das sind aktuell unsere liebsten Stücke:

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Model: Janne
Fotograf: Johannes Wienke
H&M: Caroline Torbahn