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How To Change The Fashion Game: 3 Tipps, wie du die Modeindustrie herausfordern kannst!

Fotos & Text: Jana Braumüller – Model: Talisa Minoush

24. April 2013 – in Bangladesh stürzt das, von da an wohlbekannte, Rana Plaza ein. Fabrikkomplex, dass zig Näherinnen und Näher beherbergte, um die Teile anzufertigen, die wir hier in den Shoppingstraßen kaufen. Die meisten der gängigen Modeketten produzierten dort. 1135 Menschen sterben, 2438 werden verletzt.

Fünf Jahre nach Rana Plaza ist die Industrie noch immer nicht dort, wo sie sein müsste, um Menschen und Umwelt zu schützen. Die Textilindustrie ist noch immer die zweit dreckigste Industrie der Welt. Tag für Tag werden Abermillionen Kleidungsstücke produziert, die es am Ende teilweise noch nicht mal in einen Kleiderschrank schaffen, sondern direkt wieder auf der Deponie landen. Überproduktion, gesundheitsschädigende Vorgänge, Ausbeutung von Mensch und Natur, Verschmutzung der Flüsse, der Erde und immer reicher werdende „Mode-Gurus“, die sich die Finger nach Geld lecken.

Das muss nicht sein!

Es geht anders, es geht definitiv anders. Es gibt Mittel und Wege aus diesem Kreislauf auszubrechen. Faire Mode birgt leider noch immer viele Vorurteile, mit denen wir gerne aufräumen möchten. Und wenn du tief in dich hinein spürst, weißt du auch, dass vieles reine Bequemlichkeit und innerer Schweinehund ist. Aber sind wir nicht alle viel stärker als uns diesen schnöden immer gleichen Gesetzen zu unterwerfen?

Kleid: Black Velvet Circus, Armreif: Folkdays, Ohrringe: Folkdays

Vielen Dank an das Berliner Fair Fashion Label Folkdays, die die Fotostrecke mit dem Verleih der Kleidung unterstützt haben. Labels wie Folkdays zeigen wie eine positive, ethische Modeindustrie funktionieren kann. Alle Informationen zu Kleidungsstücken, Schmuck und Accessoires, die Talisa trägt findet ihr direkt bei Folkdays.

Tipp 1: Finde DEINEN Stil und behalte ihn!

Oftmals kaufen wir einfach irgendwas. Oder wir kaufen Trends, weil wir das Gefühl haben, dass gerade alle diese asymmetrische Bluse mit den Schleifen tragen. Stolz hängen wir dann die Bluse in den Schrank, ziehen sie vielleicht sogar einmal an, erinnern uns dann aber wieder daran, dass wir eigentlich gar keine Blusen tragen. Und zack, hängt das Ding dort! Gefühlt für immer.

Deswegen sind Trends natürlich nicht blöd und oftmals gibt es dann auch den einen, der ganz besonders gut zu deinem Stil passt. Aber das heißt nicht, dass wir alles mitmachen müssen. Du trägst eigentlich nur schwarz und kaufst dir jetzt das bunte Sommerkleid? Toll! Aber überlege trotzdem nochmal, ob du nicht an 90 von 100 Tagen sowieso wieder in die schwarze Culotte schlüpfst. Dieser Kaftan sieht an der Frau im Magazin ganz toll aus? Großartig! Aber du hast dich noch nie für wadenlange Kleider interessiert. Frage dich bei den Kleidungsstücken, die du wählst ehrlich, ob sie zu deinem Stil passen und deine Persönlichkeit unterstreichen. Das klingt altbacken, wird dein Kaufverhalten aber revolutionieren!

Oberteil: Folkdays, Hose: Folkdays, Kimono: Folkdays, Armreif: Folkdays

Tipp 2:  Ersetze H&M, Zara & Co. mit neuen Lieblings-Shops!

Zugegeben aller Anfang ist schwer. Wo zum Henker soll ich jetzt das günstige 3er-Pack Schlüppis herbekommen? Wer hat die besten Jeans? Wo gibt es eine faire Regenjacke? Und wo gibt es coole Schuhe, die nicht öko aussehen, sondern mit denen meiner FreundInnen mithalten können?

Bisher war Shoppen ziemlich simpel. Es gab diese eine Einkaufsstraße, die Fußgängerzone, das Shopping-Center und alles hatte seinen Platz. Du wusstest genau, wo du etwas bekommst und wen du fragen musst, sollte es doch mal etwas Ausgefalleneres sein. Ja, damit ist jetzt Schluss. Nein, das ist keine Katastrophe. Erstens gibt es, wie so oft, im Internet so viele tolle Quellen und Zweitens wird Shopping dadurch endlich wieder aufregend, neu und wirklich, wirklich modisch. Vorbei die Zeiten, in denen du getragen hast, was jede/r Beliebige auch trug. Heute wird auf den Putz gehauen und präsentiert, was Mode so kann.

Oberteil: Folkdays, Rock: Folkdays, Clutch: Folkdays

Bei diesen Adressen findest du ganz sicher gute Anlaufstellen und Labels, die dir den Umstieg leichter machen!

Fair Fashion Guide von Mia bei heylilahey
Link-Liste von Maddie bei dariadaria
Fair Fashion Guide von Justine bei Justinekeptcalmandwentvegan
Label Guide bei Die Konsumentin
Fair Fashion Shopping Guide von Lisa bei at/least
Fair Fashion Shop von Vreni bei Jäckle & Hösle
Fair Fashion Guide von Lisa bei Mari Dalor
Faire Marken von Marie bei fairknallt
Fashion Guide vom Peppermynta Mag
Brand Guide von Sustainable Fashion Matterz
Fair Fashion Guide von Sylvie bei Miss Interpreted
Oder als E-Book
Pinterest Board von Maren für Minza Will Sommer
Fair Shopping Liste von Fair En Route
14 Labels To Watch von Sophia bei Rawberryvegan
Instagram-Account von Fashion Changers
Eco-Fair Fashion Guide von Green Looks Great
Label-Informationen von Mirjam bei My Green Style
Die besten Online-Shops von Peppermynta Mag
Slow Fashion Guide von Wiebke bei Sloris
Brand Guide von The Lissome
Fair Fashion Shopping Guide von Kathrin bei Echt Kathrin
Fair Fashion Markenliste von Sabine bei A Hungry Mind
Fair Fashion Guide von Jenni bei Mehr Als Grünzeug
Fair Shopping Map von Marisa bei My Fair Ladies

Tipp 3: Informiere und engagiere dich!

Wir leben in 2018. Informationen gibt es ständig, zu jeder Zeit, überall. Im Prinzip gibt es ein „Weiß ich nicht“ nicht mehr. Es gibt nur noch „Ich google das.“. Googelt doch mal Rana Plaza oder Fashion Revolution! Und dann schaut super gerne bei den oben genannten Blogs vorbei oder direkt hier, wo wir bereits über die Theorien von fairer Mode geschrieben haben. 

Wenn du noch mehr machen willst, gibt es einige Möglichkeiten, um sich zu engagieren. Vor allem diese Woche. Während der Fashion Revolution Week gibt es weltweit Aktionen, bei denen du mitmachen kannst. Sei es nun ein Repair Café, ein Film Screening von „The True Cost“ oder eine Upcycling-Aktion. Bei Viertel Vor findest du eine Übersicht aller Veranstaltungen. 

Und wenn du online noch mehr erfahren willst oder Lust hast die Community näher kennenzulernen und die ersten kleinen Schritte machen möchtest, dann schau doch mal bei den Fashion Changers vorbei. 

Außerdem kannst du auch ganz easy einfach dein Shirt auf links drehen. Schildchen nach vorne. Selfie. Und ab damit ins Internet mit der Frage: Who made my clothes? Und schwupps bist du ganz einfach Teil einer großen Bewegung, die sich Fashion Revolution nennt.

Bock dabei zu sein?

Tunika: Folkdays, Rucksack: Folkdays, Ohrringe: Folkdays

Talisa Minoush findet ihr bei Instagram und YouTube. Die Multiplikatorin setzt sich mittlerweile für viele Themen wie Naturkosmetik, faire Mode und vegan-vegetarische Ernährung ein.

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