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Gastbeitrag: Die 7 Erfolgsmythen

Von Marina Friess

Nicht viel tun bringt viel Anerkennung, sondern das Richtige zu tun bringt viel Anerkennung. Und schon sind wir mitten im Thema „Eigenmarketing“. Eines der wichtigsten, und dennoch am wenigsten beachteten, Themen für Frauen*. Warum gibt es Frauen, die sich schwer tun andere von sich zu überzeugen und anderen scheinen die Chancen nur so zuzufliegen? Es geht immer um die Wirkung. Was strahlt eine Frau aus? Zusätzlich spielt das Thema Eigenmarketing eine entscheidende Rolle. Gott lässt jeden Sonntag die Glocken läuten, um für sich Werbung zu machen. Doch für Eigenwerbung braucht Frau bestimmte Fähigkeiten und vor allem Zeit. Hier sind wir schon beim ersten von sieben Erfolgsmythen, auf die viele Frauen immer wieder hereinfallen: 

1. Mythos: Viel tun bringt viel Anerkennung!
Das ist Blödsinn!

Dieser Glaubenssatz wird den „fleißigen Lieschen“ im Laufe ihrer Entwicklung immer wieder eingeimpft, damit sie nicht auf die Idee kommen weniger zu arbeiten. Wer impft ihnen das ein? Ganz einfach, alle die von dieser gesteigerten Arbeitsleistung profitieren. Vorgesetzte, Chef*innen, Kolleg*innen, Familienmitglieder etc. Doch dieser Mythos ist falsch! Das Richtige zu tun bringt viel Anerkennung. Meist ist es aber so, dass eine ehrgeizige Frau gar nicht dazu kommt, das Richtige zu tun, da sie so viel Arbeit hat, dass sie gar nicht in der Lage ist, zu erkennen, was das Richtige ist. Sie sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Also, was ist zu tun? Frauen sollten sich Tätigkeiten in ihrem Unternehmen suchen, die sie glänzen lassen. Präsentationen, große Kundengespräche, Pressearbeit, Meetings abhalten und so weiter. Also alle Tätigkeiten in denen sie Verantwortung übernehmen. Das lässt jede Frau glänzen und im Mittelpunkt stehen.

2. Mythos: Ich darf nicht direkt sagen was ich denke!
Oh doch!

Es gibt Menschen die können zeitweise sehr dominant wirken. Das liegt vor allem an ihrer direkten und unverblümten Art. Einige Frauen lassen sich dadurch einschüchtern und beginnen dann um den heißen Brei herumzureden. Sie haben Angst vor einem negativen Kontra ihres Gegenübers. Wünsche werden nicht mehr geäußert, Kritik herunter geschluckt. Doch dieses Verhalten bringt nur einer Person etwas: Dem Gegenüber! Frauen können ganz charmant, aber standhaft ihre Meinung äussern, auch wenn der Respekt vor dem/r Gesprächspartner*in sehr groß ist. Wichtig ist dabei immer die Körperhaltung und Atmung zu kontrollieren. Die Körperhaltung sollte ganz aufrecht sein – vor allem der Kopf nicht geknickt und die Atmung sollte tief in den Bauchbereich gehen. Dadurch kann man sich besser entspannen. Bei Aufregung wird die Stimme automatisch höher. Das hört der/die Gesprächspartner*in und wittert Unsicherheit. Mit einer ruhigen und tiefen Atmung kann dies vermieden werden. Jede Frau sollte sich bewusst werden: Everybody´s Darling macht keine Karriere! 

3. Mythos: Ich darf mich nicht selbst loben!
Natürlich!

Viele Frauen machen sich gerne klein. Sie könnten quasi unter dem Teppich Fallschirmspringen, so sehr stellen sie ihre eigenen Fähigkeiten und Talente zurück. Sie stellen sich und ihre Bedürfnisse gerne hinten an. Einige finden auch die profilierende Art vieler Männer abstoßend. Sie denken, sie wären genauso, wenn sie über Erfolge berichten. Doch die Art macht’s! Es geht darum seine Erfolge beiläufig und/oder mit dem kleinen Zusatz „übrigens“ zu erwähnen. Mal beim Vorbeigehen, mal beim Verlassen des Raums und dann wieder im direkten Gespräch. Die Mischung macht es. Das könnte sich zum Beispiel so anhören: „Das neue Projekt läuft super und wir kommen schnell voran und ÜBRIGENS, Herr Meier hat heute bei mir angerufen und sich für die tolle Abwicklung bedankt.“ Danach einfach den Raum verlassen, als wäre nichts gewesen. Und doch ist die Botschaft angekommen. Berichten Sie über Erfolge!

Marina Friess sagt, Frauen machen sich im Job oft klein. Mit ihren Tipps will sie das ändern. © unsplash.com

4. Mythos: Ich darf nicht auf meine Meinung bestehen, sonst werde ich nicht mehr gemocht!
Das ist falsch! 

Die charismatischsten Frauen sind Persönlichkeiten mit einem klaren Standpunkt. Sie sagen, was sie denken, egal ob alle damit einverstanden sind. Mutter Teresa, Coco Chanel oder auch Madonna, alle diese Frauen stehen für etwas. Sei es für Fortschritt und Innovation wie Coco Chanel („das kleine Schwarze“), Konventionen brechen wie Madonna oder Weltfrieden, der Mutter Teresa angetrieben hat. Alle haben eine Botschaft, die sie kommunizieren, aber auch verteidigen müssen. Das Wort verteidigen ist wichtig. Diese Frauen legen keinen Wert darauf, ob alle mit ihrem Standpunkt übereinstimmen. Oder glaubst du, dass es zu der Zeit als Frauen lange Kleider und Mieder getragen haben einfach war, das kleine Schwarze einzuführen? Natürlich nicht! Doch Coco Chanel war das egal. Und das ist auch gut so. Wenn ich mich beeinflussen lasse, bin ich wie ein Fähnchen im Wind. Und ganz ehrlich, davon haben wir schon genug. Natürlich polarisierst du dadurch. Aber auch das bringt Aufmerksamkeit. 

5. Mythos: Ich muss immer nett sein!
Auf keinen Fall!

Dieser Punkt ist für viele Frauen schwer, da sie so aufgewachsen sind. Sie sind von Kindheit an so programmiert immer lieb und nett „JA-Amen“ zu sagen. Es wird alles gewissenhaft abgearbeitet, egal ob die Tätigkeit einen Sinn ergibt oder nicht. Doch woher kommt das? Ganz einfach! Das ist tatsächlich noch aus der Steinzeit übrig geblieben. Jetzt sagst du vielleicht: „Das kann doch nicht sein, wir haben uns weiterentwickelt! Urinstinkte haben wir nicht mehr!“ Oh doch, haben wir. Es fängt bereits an, wenn wir auf die Welt kommen. Der erste Urinstinkt ist „saugen“ und „schreien“. Das brauchen wir um zu überleben. Und später brauchen Frauen um zu überleben die Akzeptanz einer Gruppe. Früher war das unabdingbar. Ausschluss aus der Gruppe bedeutete Tod. Da dieser Urinstinkt noch in uns ist, tun sich Frauen so schwer „NEIN“ zu sagen. Sie befürchten nicht gemocht zu werden und damit aus der Gruppe ausgeschlossen zu werden. Zum Glück sterben wir deshalb heutzutage nicht und genau das sollte sich jede Frau bewusst machen. Es geht darum der Person, die etwas von dir möchte ein klares JA zu ihr als Person, aber ein NEIN zu ihrem geäußerten Wunsch zu geben. Bedeutet, erst Wertschätzung geben: „Schön, dass du dabei an mich gedacht hast!“ und dann die Bitte verneinen „Leider kann ich dich dabei nicht unterstützen!“ Und fange bitte nicht an stundenlang zu begründen. Eine kurze Begründung kannst du bei deinem/r Chef*in oder Vorgesetzten angeben: „Ich freue mich, dass Sie bei dieser Tätigkeit an mich gedacht haben, jedoch bin ich noch sehr mit dem anderen Projekt beschäftigt und muss das erst einmal qualitativ hochwertig abliefern“. Ja du hast richtig verstanden, auch bei deinem/r Chef*in oder Vorgesetzten kannst du „Nein“ sagen, es kommt nur auf die richtige Dosierung an! 

6. Ich darf keine Fehler machen!
Quatsch! 

Der übertriebene Perfektionismus vieler Frauen sorgt dafür, dass sie in Schönheit sterben. Alle Entscheidungen, alle Aufgaben werden wieder und wieder durchdacht, nur um Fehler zu vermeiden. Und am Schluss kam jemand anderes, der schneller gehandelt und damit die Frau aus dem Rennen geworfen hat. Und dafür natürlich auch die Lorbeeren einsammelt. Nimm neue Herausforderungen an, ohne lange zu überlegen, ob du jede einzelne Qualifikation hast. Diese kannst du dir aneignen. Steh dir nicht selbst im Weg, weil du zögerst und denkst, du kannst oder weißt noch nicht genug. Wie heißt es so schön: „Lieber holprig gestartet, als perfekt gezögert!“ Jede/r hat Unmengen an Fähigkeiten. Man sollte sich nicht darauf konzentrieren, was man nicht gut kann. Diese Dinge kann man delegieren. Dafür gibt es Expert*innen. Es geht darum sich um die wichtigen Dinge zu kümmern. Vergib keine Chancen und vor allem lass dir keine vor der Nase weg schnappen. 

7. Mythos: Bei Statuskämpfen hält „Frau“ sich besser raus.
Auf keinen Fall!

Sonst verspielt Frau sehr schnell ihre Position. Vor jeder geschäftlichen Begegnung findet zunächst ein Statuskampf statt. Erst wenn geklärt ist, wer an welcher Stelle der Rangordnung steht, kann es richtig losgehen. So ist es zum Beispiel bei Meetings. Meist gehen die ersten 15 Minuten ins Land, um die Rangordnung zu bestimmen. Erst dann geht es richtig los. In jeder Gruppe muss es eine/n Anführer*in geben. Wenn damals nicht einer das Kommando übernommen hätte, wäre z.B. bei der Jagd ein wahnsinniges Durcheinander gewesen. Frauen ziehen sich da oft raus. Sie möchten bei diesem Kampf nicht mitmachen. Sie sind es nicht gewohnt, um ihren Rang zu kämpfen, da es bei ihnen vornehmlich um Gemeinschaft, also ein Miteinander, ging. Und diese Eigenschaften sind heute noch aktuell. Männer fechten ihre Position aus, währenddessen die Frauen für Harmonie sorgen. Doch hoher Status bedeutet hohe Akzeptanz. Wenn du dich herausnimmst, erhältst du in der Gruppe weniger Akzeptanz. Dabei geht es nicht nur um Meetings, sondern um jede Art der geschäftlichen Begegnung.
Der Status kann erhöht werden, indem man sich mehr Raum einnimmt, körperlich (hüftbreiter Stand, ausladende Gesten), stimmlich (laut und deutlich) und mit der Redezeit (lange und ausgedehnt). Doch eine ausgedehnte Redezeit bedeutet nicht lange um etwas herumzureden. Die Vorschläge sollten konkret, klar und deutlich ausgesprochen werden. Nimm dir, wie selbstverständlich, die Zeit, die du dafür brauchst. Der tiefe Blickkontakt ist dabei ebenfalls sehr wichtig. Die Höhe des Status entscheidet die Höhe der Position, des Gehalts und die Qualität der Kunden. 

Marina Friess ist die Gründerin von Feminess, das Portal für erfolgsbewusste Frauen. Mit dem Feminess Kongress begeistert sie zwei Mal im Jahr ca. eintausend Teilnehmerinnen.
Weitere Informationen unter www.feminess.de

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