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Wanderlust // 12 Tipps für deinen Kanu-Trip

Wer mal so richtig von der Stadt und all‘ dem Trubel abschalten möchte, dem empfehle ich jederzeit einen Trip in die Natur zu wagen. Sei es wandern, zelten, eine Fahrradtour oder eben einen Kanu-Trip. Letzteres ist definitiv mein Favorit. Nicht nur, weil man ein Wochenende durchgehend draußen verbringen kann. Es ist zudem noch eine super Möglichkeit eine gute Zeit mit Freunden zu erleben und sich fast ganz nebenbei auch noch sportlich zu verausgaben. Somit vereint es wohl alles, was man für einen gelungenen Wochenend-Kurztrip braucht.
Damit ihr nicht direkt baden geht, sondern bestens vorbereitet eure kleine Outdoor-Erfahrung antreten könnt, gibt es hier für euch die 12 besten Tipps, um ein paar Tage auf dem Wasser zu verbringen.

1. Die Route

Bevor überhaupt irgendwas geplant werden kann, solltest du dir eine geeignete Strecke raussuchen. Dafür gibt es im Internet diverse Seiten, die schon geplante Strecken inklusive Kilometern und ungefähre Fahrzeit angeben. Für Anfänger empfiehlt es sich gemäßigte Touren für den Start zu suchen, sodass man am Ende nicht hetzen muss, um sein Ziel noch rechtzeitig zu erreichen.
Hier meine Favoriten für unterschiedliche Gebiete:

Spreewald – Durch den Spreewald lässt es sich ganz wunderbar paddeln – sofern ihr eine Strecke wählt, die abseits von den Touristenhochburgen verläuft. Gerade um Lübbenau und Burg herum scharen sich im Sommer viele Besucher auf dem Wasser, sodass es statt besinnlicher Idylle schnell mal genervte Warterei heißen kann. Ganz besonders empfiehlt sich der Hochspreewald – dort entdeckst du unberührte Natur, kannst Adler übers Wasser fliegen sehen und erlebst komplette Stille. Wichtig: Im Spreewald ist Wildcampen strikt untersagt, da das gesamte Gebiet unter Naturschutz steht. Wie du den richtigen Schlafplatz findest, dazu gleich mehr. Beim Spreekapitän kannst du dir deine individuelle Route suchen: >>> www.spreekapitaen.de

Brandenburg – In Brandburg gibt es die unterschiedlichsten Kanureviere. Von Anfänger bis Fortgeschrittene. Von Seen bis Flüsse. Hier gibt es auf jeden Fall viel zu entdecken und neben tollen Tagestouren ist definitiv auch die richtige Wochenendstrecke dabei. Das Beste: Du kannst ganz frei entscheiden, ob du lieber vielbefahrene Strecken oder unbekannte Ausläufer befährst. Eine gute Anlaufstelle für diverse Touren ist z.B. Erkner, das am Rande von Berlin super mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Tourenvorschläge findet ihr z.B. bei >>> Kanusport Erkner.

Mecklenburgische Seenplatte – Natürlich kein Unbekannter unter den Wassersportlern. Die Mecklenburgische Seenplatte lockt Kurzzeit-Aussteiger aus ganz Deutschland mit einem riesigen Areal an Seen, Kanälen und Flüssen. Hier muss man jedoch gerade als Anfänger genau schauen, welche Route man wählt. Und dann vielleicht nicht unbedingt in der Hochsaison fahren, denn dann sind die Gewässer oftmals schnell überlaufen. Die Seite >>> www.mecklenburgische-seenplatte.de bietet 14 verschiedene Paddeltouren.

2. Das Kanu

Wenn du noch keine Präferenzen hast, weil dir die Erfahrung fehlt, solltest du dir vor Beginn zunächst darüber klar werden, welches Boot das richtige für dich ist. Hier gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten.
Der Canadier – Ein Boot, das mit Stechpaddel gefahren wird, viel Stauraum bietet und, je nach Größe, Platz für mehrere Personen bietet. Der Nachteil: es ist nicht so schnell und wendig wie ein Kayak.
Das Kayak – Das Kayak fährt man mit einem Doppelruder, sodass man am besten zu Zweit oder alleine fährt. Der Vorteil: Das Kayak ist schnell, wendig und bietet je nach Modell auch jede Menge Platz für alle Habseligkeiten. Du solltest hier auf jeden Fall darauf achten, wie viele Luken das Boot hat (zwei sollten für ein ganzes Wochenende schon sein) und um welche Marke es sich handelt. Da hilft es auch vorher einfach Rezensionen über das jeweilige Boot zu lesen. Außerdem gibt es Kayaks mit oder ohne Steueranlage. Bei Flussfahrten ist diese eigentlich nicht unbedingt notwendig, erleichtert dir den Trip aber ungemein.

Kanu-Trip - die Kayaks

3. Die Kanu-Ausrüstung

Das Boot alleine wird nicht reichen, um dir einen unbeschwerten Ausflug in die Natur zu garantieren. Du solltest zusätzlich auf jeden Fall noch eine Packtonne oder Packsäcke dabei haben. Diese gibt es manchmal gratis oder aber sehr günstig bei dem jeweiligen Verleiher. Zudem ist ein kleiner Packsack für Wertsachen (Handy, Portmonnaie, Kamera etc.) auf jeden Fall anzuraten. Paddel und Steueranlage sollten ebenso inklusive sein. Wenn du ein Kayak mietest, würde ich dir außerdem raten einen Spritzschutz mitzunehmen (je nach Jahreszeit). Dieser bewahrt dich davor am Abend völlig durchgetrieft zu sein. Diese gibt es entweder gratis oder gegen eine kleine Gebühr bei den Verleihern.

4. Die Outdoor-Ausrüstung

Zusätzlich zu den professionellen Packsäcken lohnt es sich zusätzlich normale Mülltüten mitzunehmen. Große z.B. für Zelt, Isomatte & Co. und kleine z.B. für den Snack zwischendurch oder aber Handy u.ä., was eventuell keinen Platz in einem Packsack findet. Dafür eignen sich besonders gut die mit dem Zip-Verschluss. Wie eben schon erwähnt, solltet ihr auf jeden Fall ein Zelt dabei haben. Hier gilt: Je kleiner und leichter, desto besser. Es muss auf jeden Fall durch die Öffnung in der Kayak-Luke passen. Außerdem braucht ihr Isomatte, Schlafsack und wenn ihr mögt sämtlichen anderen Komfort. Um abends eine gute Mahlzeit zu bekommen, darf natürlich ein Gaskocher nicht fehlen. Ebenso wenig wie (mind.) ein Topf, ein Messer und Geschirr/ Besteck zum Essen. Wenn ihr morgens gerne einen Kaffee trinkt, ist es super einen von diesen Plastikfiltern dabei zu haben.

5. Paddeln kann jeder

Nehmt euch Zeit! Der ausgediente Spruch „In der Ruhe liegt die Kraft“ birgt doch etwas Wahres. Wer sich direkt am Anfang unnötig verausgabt, hat gegen Ende des Tages womöglich nicht mehr alle Kräfte zusammen, um den Schlafplatz noch zu erreichen. Legt auch gerne mal eine Pause mehr ein und lasst euch auf dem Wasser treiben, genießt das, was um euch rum passiert oder eben auch nicht passiert. Wenn ihr mit mehreren Personen unterwegs seid, bietet es sich an, dass die, die etwas schneller sind einfach vorwegpaddeln und dann an geeigneter Stelle warten. Für größere Pausen könnt ihr auch gut Inseln bilden, indem jeder ein Boot des anderen festhält.
Paddeln kann im Prinzip jeder, doch natürlich gibt es auch hier einige Techniken. Wichtig: Die lange Seite des Paddels immer nach oben. So nutzt ihr die volle Kraft. Wenn ihr mit Steueranlage fahrt, hat man nach einigen Metern eigentlich den Dreh raus. Lenken lässt sich ganz leicht, wie beim Autofahren, mit zwei Pedalen links und rechts.

6. Die Pausen

Wenn ihr die Möglichkeit habt, gönnt euch ruhig auch eine Landpause unterwegs. Oftmals gibt es Imbisse, Campingplätze oder Restaurants, die in den einschlägigen Kanugebieten Anlegestellen bieten. Außerdem ist der Toilettengang nicht zu verachten. Sollte es nicht anders möglich sein, sucht euch eine befahrbare Uferstelle. Wenn ihr Anfänger seid, holt euch Hilfe von einem Mitfahrer, der bei Ein- und Ausstieg euer Boot hält, sodass ihr nicht Gefahr lauft zu kentern.

7. Der Schlafplatz

Wenn es langsam gegen Abend geht, stellt sich nach und nach die Frage nach dem geeigneten Schlafplatz. Am besten ihr habt dies schon vor eurer Tour ausgecheckt und diesen sozusagen als Tagesziel eingeplant. In den meisten Kanugebieten gibt es Zeltplätze mit extra Plätzen für Paddler – sogenannte Wasserwanderrastplätze. Hier müsst ihr für das Campen bezahlen. Solltet ihr in einer Gegend unterwegs sein, die nicht unter Naturschutz steht, gibt es höchstwahrscheinlich diverse Biwakplätze auf der Route. Diese bieten meist Duschen und Toiletten, manchmal sogar Kochstellen und auf jeden Fall einen Platz für euer Zelt.  Wenn ihr es abenteuerlicher mögt, könnt ihr euer Camp auch für eine Nacht wild aufschlagen. Aber Achtung! Nicht überall in Deutschland ist wildcampen erlaubt. Doch es gibt Ausnahmeregelungen. In einigen Bundesländern wie z.B. Brandenburg ist eine Nacht erlaubt. Andere bieten diese Möglichkeit als Notfallalternative an. Ihr solltet euch dort vorher gut informieren, denn unerlaubtes Wildcampen kann richtig teuer werden. In Gebieten, wo es nicht erlaubt ist, gibt es auch regelmäßig Kontrollen z.B. durch Förster oder die Wasserschutzpolizei.

8. Das Camp

Egal ob Zeltplatz, Biwakplatz oder irgendwo in Mitten der Natur, irgendwann wird es Zeit das Lager aufzuschlagen – am besten noch vor Einbruch der Dunkelheit. Solltet ihr euch für einen inoffiziellen Schlafplatz entschieden haben, solltet ihr auf jeden Fall vorher prüfen, ob es dort auch eine geeignete Ein- und Ausstiegsstelle gibt.
Wenn ihr Glück habt, ist im Camp bereits eine Feuerstelle vorhanden. Dann können sich die Ersten schon auf die Feuerholzsuche machen, während die Anderen die Zelte aufbauen. Außerdem solltet ihr mindestens eine Mülltüte für den nun anfallenden Müll dabei haben. Denn wer zeltet, sollte definitiv seine Hinterlassenschaften wieder mitnehmen. Wenn ihr keine Campinghocker o.ä. dabei habt, könnt ihr euch neben dem Feuerholz auch noch auf die Suche nach Baumstämmen u.ä. machen, um dann im Schatten der Dunkelheit gemütlich um das Feuer sitzen zu können. Achtung: Lagerfeuer sind nicht überall erlaubt und sollten in der freien Natur immer mit Vorsicht zu genießen sein! Eine abgeschottete Feuerstelle ist daher Pflicht.
Bevor ihr der verdienten Ruhe fröhnt, empfiehlt es sich noch die Boote Tau- und Regentauglich abzudecken d.h. alle Luken schließen und ggf. auch die Einstiegsluke abdecken.

9. Das Essen

Nach so einem Tag auf dem Wasser kann der Magen schon mal ganz schön knurren. Deswegen solltet ihr auf jeden Fall gut Verpflegung einpacken. Was sich besonders gut eignet: alles, was relativ leicht und einfach zuzubereiten ist.Hier eine kleine Auswahl meiner Favoriten.

Abends:

  • Nudeln (geht immer und schnell)
  • Diverses Gemüse, das einigermaßen quetschsicher ist (z.B. Paprika, Zucchini, Aubergine, Zwiebeln usw.)
  • Reis (für die, die nicht so nudelaffin sind)
  • Kartoffelbrei aus der Tüte (sehr leicht und easy zuzubereiten)
  • Passierte Tomaten (leichter als Dosentomaten)
  • Salz und Pfeffer nicht vergessen (z.B. abgepackt in kleinen Tupperdöschen)

Frühstück:

  • Kaffee
  • Teebeutel
  • Müsli (abgepackt in Tupperdöschen)
  • Milch
  • Brot
  • Aufstriche (z.B. im Glas oder der Dose)

Snacks:

  • Müsliriegel
  • geschmierte Brote (für den 1. Tag)
  • Kekse
  • Würstchen
  • Studentenfutter (kann man sich gut vorne ins Boot packen und immer mal naschen)
10. Die Getränke
  • wenn möglich alles in Plastikflaschen
  • viel Wasser! (sowohl für die Fahrt als später auch zum Kochen, für 2 Tage kann man für eine Person schon locker 3x 1,5l-Flaschen rechnen)
  • wenn ihr abends noch gemütlich ein Bierchen trinken wollt, nehmt Dosen mit oder das Gute aus der Plastikflasche 😌
  • für die Weintrinker: leider nur Tetrapack (schmeckt aber nach einem anstrengenden Tag trotzdem gut!)
11. Die Nacht

Du solltest auf jeden Fall an mindestens eine Taschenlampe denken. Denn wenn du mitten in der Natur plötzlich noch mal Pipi musst, willst du bestimmt nicht in der absoluten Dunkelheit über die Schnüre deines Zeltes stolpern. Wenn ihr in der Gruppe fahrt, macht auch ein kleines Spiel abends am Feuer noch Laune und lässt die Strapazen des Tages vergessen. Bevor ihr schlafen geht, solltet ihr auf jeden Fall auf Nummer sicher gehen und das Feuer soweit es geht gelöscht haben. Außerdem, gerade beim Wildcampen, alle Essensreste gut verstauen, damit ihr nachts nicht von der einheimischen Wildschweinfamilie überrascht werdet. Und dann heißt es nur noch: ab in den Schlafsack kuscheln, die ungewohnten Geräusche der Nacht wahrnehmen und friedlich sowie zufrieden einschlummern.

12. Extradinge, die ihr mitnehmen solltet
  • Bikini/ Badeanzug (jetzt im Sommer wollt ihr doch bestimmt auch mal ins kühle Nass springen!?)
  • ein kleines Handtuch für die Morgenerfrischung
  • keine guten Schuhe (an Flüssen: Schlammgefahr!)
  • eine Rolle Toilettenpapier (kann nie schaden)
  • Sonnencreme
  • Kosmetika (was man braucht, aber man braucht nicht viel)
  • evtl. eine Kopfbedeckung (gerade bei irrer Hitze)
  • Sonnenbrille (unbedingt)
  • etwas Wärmeres für die Nacht
  • ansonsten lockere Kleidung

Kanu-Trip

Wenn ihr diese Tipps beherzigt, seid ihr bestens für euren nächsten Kanu-Trip gewappnet. Ich kann es jedem wirklich nur empfehlen – das perfekte Get Away aus der manchmal viel zu lauten Stadt!

Haben wir noch was vergessen? Was darf bei euch outdoor nicht fehlen?