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Starting a revolution – a fashion revolution!

Ich habe noch die Worte von Tracy Chapman im Ohr. Don’t you know they’re talkin‘ bout a revolution, sounds like a whisper. Das war 1988, da war ich gerade mal geboren. Mein kleines Babyköpfchen wusste noch nicht, dass da draußen eine Revolution von Statten ging. Der Fall der Mauer zum Beispiel. Das war revolutionär. Auch ganz still und heimlich fast, ohne Gewalt und große Aufstände.

Und wo ist unsere Revolution heute?
Sicherlich gibt es gerade an einigen Ecken und Kanten etwas zu schleifen. Und viele Dinge, die unsere Aufmerksamkeit bräuchten. Allen voran jedoch immer noch (oder immer mehr?) die Modeindustrie und ihre unerträgliche Ausbeutung von Mensch und Umwelt. Viele Jahre haben wir weggeschaut und vergessen, dass hinter jeder Jeans ein Mensch steht.Viele Jahre haben wir weggeschaut und vergessen, dass hinter jeder Jeans ein Mensch steht. Klick um zu TweetenWie immer, wenn ich über Fair Fashion schreibe, möchte ich betonen, dass es nicht darum geht zu verurteilen oder mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Viel mehr sollte uns bewusst werden, was es heißt ein Kleidungsstück an unserem Körper tragen zu können. Bewusst ist hier des Rätsels Lösung. Denn bewusst tun wir schon vieles nicht mehr.

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Der Fashion Revolution Day möchte dies ändern und ganz bewusst darauf aufmerksam machen, wer hinter diesen, zugegebenen teils wunderschönen, Konsumgütern steht, woher das kommt, was wir tragen und vielleicht sogar wohin es geht, wenn wir es nicht mehr tragen wollen. Step by Step können wir so lernen global zu denken und unseren Kleiderschrank als das sehen, was er ist. Ein großes Geschenk von vielen kleinen Händen zusammengenäht, die teils unter schwersten Bedingungen dafür gearbeitet haben, damit wir ein Stück Stoff am Körper tragen. Eine harte Wahrheit, aber es lohnt sich sie zu entdecken!

Worum geht es also beim Fashion Revolution Day?

Am 24. April 2013 stürzte das Rana Plaza Gebäude in Bangladesh ein. 1133 Menschen kamen ums Leben, 2500 Menschen wurden verletzt. In dem Gebäude wurde unsere Kleidung hergestellt, Kleidung für die westliche Welt. Die Opfer waren zumeist junge Frauen, die dort versuchen den Lebensunterhalt für ihre Familien zu verdienen. Am 24. April 2013 war es Zeit für einen Aufschrei. 1133 Leben sind dies wohl mehr als wert und der Fashion Revolution Day war geboren.

Wir müssen das Produkt, die Materialien und unsere Einstellung gegenüber der Fashionindustrie überdenken. Beim Fashion Revolution Day geht es vor allem um die Menschen dahinter. Chinesische Arbeiterinnnen, die 150 Überstunden im Monat (!) machen. Arbeiter in Bangladesh, die lediglich ein Viertel eines Monatsgehalt am Existenzminimum verdienen. Lediglich 12% aller Mitarbeiter in der Textilindustrie verdienen über dem Mindestlohn.* 12%!!!

fashion revolution day / slow fashion / who made my clothes

Was kann der Fashion Revolution Day bewirken?

Es geht um drei wichtige Bausteine:

  • Be curious! (Sei neugierig!)
  • Find out! (Finde heraus!)
  • Do something! (Mach etwas!)

Im ersten Step sollten wir uns fragen, wer macht eigentlich meine Kleidung? Wo kommt sie her? Was trage ich da? Dafür gibt es aktuell die Social Media Kampagne: Who made my clothes? 

Unter dem Hashtag #whomademyclothes kannst du bei Instagram, Facebook, Snapchat oder wo auch immer aktiv nachfragen, wer deine Kleidung gemacht hat. Wir tragen die Kleidung einen Tag auf Links, fotografieren uns und das Label und fragen dort nach.

fashion revolution day / slow fashion / who made my clothes

Monki, 96% Bio-Baumwolle, 4% Elasthan, made in Bangladesh

Wenn du auf das Label schaust, siehst du zumindest wo der/die ArbeiterIn lebt, die dein Kleidungsstück zusammengenäht hat. Du kannst ebenso sehen, aus welchem Stoff das Stück gemacht wurde. Doch du weißt nicht, welche Person dahinter steht, wo das Material herkommt, wie es produziert wurde. All dies sollte dem Konsument offen gelegt werden. Transparenz könnte so vieles ändern.

Dies haben einige Labels glücklicher Weise schon erkannt, weswegen faire Mode gerade immer mehr im Kommen ist. Zeitgleich zum Fashion Revolution Day haben sich deswegen Blogger aus ganz Deutschland zusammengetan, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir schon die Wahl haben. Wir können uns für Produkte entscheiden, bei denen wir genau wissen, woher diese stammen, wer sie genäht hat, wer sie gefärbt hat und wo das Material herkommt. 

Sie rufen zu einer Wardroberevolution auf (edit: Das war die Aktion 2016.) und zeigen bis zum 24. April, was es bedeuten kann faire Mode zu tragen. Slow Fashion statt Fast Fashion, das ist das Credo. 

Mit dabei sind u.a. das Kunstkinder Mag, Nice To Have Mag, Franziska von Veggie Love, die wir euch hier schon vorstellen durften, Ekule Le und weitere Fair Fashion Blogger wie heylilahey, at/least und Jäckle & Hösle.

#iknowwhomademyclothes

fashion revolution day / slow fashion / who made my clothes

Jan ‚n June, 100% Bio-Baumwolle, made in Poland

Alle Infos zum Fashion Revolution Day findet ihr hier:

Fashion Revolution Guide

Facebook Fashion Revolution

Homepage Fashion Revolution

Eventkalender Fashion Revolution

Fangt an nachzufragen, informiert euch, seid neugierig, entdeckt und denkt über eure Einstellung zu Mode nach! Step by Step, mit immer neuen Erkenntnissen. Ich kann euch versprechen, es macht riesig Spaß diesen Weg zu entdecken und nach und nach den Kleiderschrank in ein Modeparadies zu verwandeln, bei dem keiner leiden musste – weder Mensch noch Umwelt.

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*laut einer Studie mit 91 Fashion Brands

Fotos: © fashionrevolution.org und © Jana Braumüller