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Maria Christina Gabriel: „Selbstliebe entsteht nicht im Kopf, sondern im Herzen.“

Ihr Lieben, wir haben mal wieder eine absolute Powerfrau für euch entdeckt. Schon länger stand sie auf unserer Interview-Favoriten-Liste, denn mit großer Begeisterung verfolgten wir im Netz, wie sie täglich ihrem Herzen folgt und dies mit uns und der ganzen Welt teilt.

Die Rede ist von Maria Christina Gabriel. Die Frau mit dem Wahnsinns Glow, der förmlich anzustecken scheint, wenn man sich näher mit ihr beschäftigt. Denn Christina macht immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, sich selbst mehr Aufmerksamkeit zu schenken und auf das Herz und seine Bedürfnisse zu hören. Wie oft ist es doch so, dass wir durch das Leben eilen, dieses oder jenes MACHEN müssen/wollen und SEIN müssen/wollen, ohne uns jedoch die Zeit zu nehmen um zu hinterfragen, ob uns das wirklich gut tut? Was tut uns und unserer Seele gut?

Hm, das klingt jetzt für den Einen oder Anderen vielleicht etwas befremdlich. Etwas was unserer Seele gut tut. Seelenarbeit. Spiritualität. Das wird gerne belächelt und als Hokuspokus abgestempelt. Aber ganz ehrlich Leute, schaltet – vielleicht heute am Sonntag – euren Kopf mal aus und hört nur auf euer Herz. Will das wirklich das, was euer Kopf euch sagt? Oder fragt euch doch mal, wie sehr ihr euch eigentlich selbst liebt. Habt ihr euch diese Frage schonmal ernsthaft gestellt? Sich selbst lieben? Selbstliebe? Komisch, was ist das?

Wir finden mittlerweile, dass es viel komischer ist, sich ständig selbst fertig zu machen. Boah, war das wieder scheisse, peinlich, dümmlich von mir? Sowas geht schnell. Viel schneller als sich zu sagen und auch zu fühlen: Mensch, ich liebe mich. Einfach so. Macht das jemand von euch regelmäßig?

Christina jedenfalls tut es. Und zeigt auch Anderen, wie es geht. Denn Christina ist Autorin des Buches Anleitung zur Selbstliebe und spirituelle Mentorin. Vor ein paar Wochen haben wir mit ihr geskypt (denn sie lebt gerade in New York) und dieses Gespräch in seiner vollen Länge für euch festgehalten. Es ist etwas länger als übliche Texte im Internet. Aber nehmt euch diese 20 – 30 Minuten, denn dieses Gespräch wird mit Sicherheit auch für euch sehr inspirierend sein!

Guten Morgen, Christina! Wie geht es dir heute? Hast du heute schon ein besonderes Ritual durchgeführt?

Mir geht es super, denn heute ist Freitag der 13. Das ist mein absoluter Glückstag.

Ehrlich?

Ja, am Freitag den 13. passieren mir immer die besten Dinge. Früher in der Schule hat beispielsweise der Typ, in den ich schon lange verknallt war, nach einem Date gefragt, usw. Von daher bin ich heute sowieso schon mit einer guten Energie aufgestanden. Tatsächlich ist morgens mein erstes Ritual, wenn ich aufwache und noch im Bett liege, die Engel zu bitten meinen Tag zu segnen. Allem, was vor mir liegt, einmal zu sagen: Danke, dass es passieren darf. Danke, dass ich die Menschen treffen darf. Danke, dass ich die Gespräche führen darf, die mir den Tag über begegnen werden. Das ist das absolut Erste, was ich morgens mache und was nur einen kleinen Moment Zeit braucht.

Ein tibetisches Sprichwort sagt: Das Herz muss Hände haben und die Hände ein Herz. Was ist da dran?

Super, super schönes Sprichwort. Erstmal finde ich es total toll, dass du ein tibetisches Sprichwort ausgewählt hast, wo ich doch in Tibet war. Dieses Sprichwort hat zwei verschiedene Aspekte für mich. Zum einen dieses Greifbare. Also dieses Gefühl der Verbundenheit, von Ich-­kann-­etwas-­greifbar-­machen und mir die Dinge sozusagen auch zu Herzen nehmen. Aber es ist auch ein bisschen dieses, Ich-­kann-­mich-­da-­auch-­selbst-­wieder­rausziehen. Das Herz hat eine Qualität, die über alles hinüberstrahlt. Bei all dem Kummer und Zweifel, den wir manchmal in uns tragen, kann man sich selbst beim Schopfe packen, Luft gewinnen und dann rausziehen. Diese beiden Aspekte sind für mich ganz klar mit dem Herzen verbunden.

Also weniger eine Kopf­ als eine Herzenssache?

Ja. Der Kopf darf auch da sein, aber nicht alles ist eine Entscheidung des Kopfes. Es ist auch wichtig das Fühlen miteinzubeziehen, in sich hinein zu hören und sich dem eigenen Instinkt und den Gefühlen wieder mehr zu vertrauen. Und ich muss nicht alles völlig durchorganisieren, durchanalysieren und durchfiltern, bis ich das Gefühl habe, jetzt kann ich eine gute Entscheidung treffen. Viel zu oft denken wir, dass wir fühlen und doch fühlen wir gar nicht wirklich.

Maria Christina Gabriel - Autorin & Spirituelle Mentorin

Wir wissen, dass es wichtig ist sich gesund zu ernähren und Sport zu treiben. Wir beobachten allerdings, dass insbesondere auf Social Media Plattformen wie Instagram, geradezu ein Wettbewerb entbrannt ist, einen möglichst strengen, kasteiischen Lebensstil zu zelebrieren. Hashtags wie #healthyliving #cleaneating #bodychallenge usw. zeugen davon. Auch viele, junge Mädchen sind von weiblichen Influencern, die sehr attraktiv sind und viele Follower haben, schwer beeindruckt und eifern diesen nach. Nicht selten kann so etwas in einer Essstörung enden. Wie siehst du das? Haben wir verlernt uns so zu lieben, wie wir sind?

Ich glaube, es ist ganz stark in uns, nach Vorbildern zu schauen. Zu beobachten, wie machen andere Personen dieses oder jenes. Wie kann ich für mich Identifikationswerte herausziehen? Es liegt in unserem Naturell so zu funktionieren, etwas zu lernen und abzuschauen. Ich sehe bei ganz vielen Menschen, und da zähle ich mich selbst auch dazu, dass sie gar nicht gelernt haben, was es bedeutet sich selbst zu lieben. Klar, kennen wir dieses Gefühl von Ich-­finde-mich-ganz-ok und das sind meine Qualitäten, das ist mein Potenzial und ich weiß, ich kann meinen Weg gehen. Aber das ist ein ganz anderes Element als wahre Selbstliebe. Die Herangehensweise ist sehr verkopft als diese Ich-­fühle­diese-­Liebe-­zu-­mir-­Hingabe. Und ich spüre diese Liebe auch, wenn ich gerade irgendwo dran scheitere. So what? Es ist alles ok! Ich kann mich selbst weiter akzeptieren und weiterleben und auch diese unterschiedlichen Ebenen von Liebe durchspielen. Ich glaube, dass es gefährlich ist, etwas zu propagieren, was diesen kompletten 180 Grad Umdrehung ­Lifestyle hat. Weil es kleine Schritte sind, die man machen muss. Es fängt nicht damit an, dass wir sagen, ab morgen ist eine neue Ernährung, anderer Lifestyle, mehr Sport dran. Oder: Ich muss noch dieses, das und jenes tun, um dann eben in diese Liebe einsteigen zu können, um etwas zu sein. Man muss dieses äußere Bild mal zur Seite nehmen und schauen, wie sieht es in mir selbst aus. Was ist in mir los? Und nur so kann ich anfangen, mit vielen kleinen, einzelnen Schritten, die ich für mein Leben umsetzen kann, zu beginnen. Alles andere ist die reine Überforderung.

Ich habe das Gefühl, dass wir Frauen uns so sehr vergleichen, weil der weibliche Körper im Laufe eines Lebens sehr viel mehr äußerliche Veränderungen durchmacht als der männliche. Fällt es uns Frauen daher so schwer zu akzeptieren wie wir aussehen? Warum ist das seltener bei Männern so?

Ich habe das Gefühl, dass wir in einer ganz starken Ablösung sind. Was früher beispielsweise in den 50er, 60er Jahren unsere Großeltern und Eltern-­Generationen noch so mitgetragen haben, nämlich die Frage: Was denken die Anderen, was denken die Nachbarn? Es muss stets ein heiteres harmonisches Bild nach außen gewahrt werden, was  auch grundsätzlich mit den Äußerlichkeiten gezeigt werden muss. Ich erinnere mich noch, wie meine Großmutter früher mit ihren Lockenwicklern am Tisch saß und dieses Bild von sich hatte, dass sie immer besonders schön sein musste, wenn sie zur Kirche geht. Da sind wir in einem absoluten Umschwung mit dem Selbstverständnis unserer Weiblichkeit gegenüber.

Was heißt Weiblichkeit eigentlich? Also nicht mehr Ich-­bin-­das-­schwächere-­Geschlecht­-und-­habe-­mich­irgendwo-­unterzuordnen, sondern ganz im Gegenteil: Wir kommen ganz, ganz stark in unsere Kraft. Und es ist auch ein Rebellionsfaktor da. Grundsätzlich muss ich sagen, dass der weibliche Körper in so einer starken Verbundenheit mit den Zyklen der Natur steht. Unsere Periode, die mit dem Zyklus des Mondes funktioniert, diese Jahreszeiten. Wir leben ja als Frau auch in Jahreszeiten. Das Entstehen und das Vergehen unserer Fruchtbarkeit. Das sind ganz übergeordnete Zusammenhänge, in denen wir funktionieren. Und je bewusster es uns ist, dass wir in diesem System angeschlossen sind, desto mehr können wir auch daraus schöpfen. Das ist natürlich ein Zurück zu den Wurzeln, was uns jegliche Naturvölker immer wieder versuchen zu zeigen. Was aber auch Teil unserer gesellschaftlichen Entwicklung ausmacht. Die Frauen, die sehr vermännlicht waren, die dachten, sie müssten so funktionieren. Sie müssen ihrem Mann stehen, im Job und überall zeigen, was sie so drauf haben. Ich darf in dieser Kraft sein, die Dinge aus einem weiblichen Instinkt heraus anzunehmen. Ich sehe es immer wieder, wenn es bei einer Frau geschieht. Wenn dieser innere Schalter gedrückt wurde und die „Hey, ich kann ja auch weich und verletzlich sein und bin trotzdem darin stark“ Erkenntnis kommt. Dann erfolgt automatisch eine Selbstakzeptanz und ein stärkeres Vertrauen in das Innere. Das ist so viel besser als dieses propagieren, im Außen etwas darstellen zu müssen, damit man gesehen und geachtet wird. Das ist ein ganz, ganz starker Faktor des Selbstvertrauens.

Wie können wir Frauen lernen unsere Weiblichkeit wieder mehr auszuleben und trotzdem erfolgreich zu sein?

In dem wir sie zelebrieren! (lacht) Uns damit beschäftigen. Also, sich wirklich die Mondzyklen anzuschauen. Zu beobachten, wie funktioniert meine Periode. Sich neu einlassen, neugierig sein. Wie und wo nehme ich wahr, dass gerade Vollmond ist. Ein Verständnis für die Zusammenhänge entwickeln. Und ich bin auch eine ganz große Befürworterin davon, kleine Rituale in den Alltag einzubauen. Für mich ist es unglaublich wichtig, meinen Körper zu fühlen. Gerade an Tagen, wo ich morgens aufstehe und denke „Ohje, ich fühle mich heute überhaupt nicht schön“, ist es wichtig, mich mit meinem Körper zu verbinden. Für mich ist es z.B. das Tanzen, mich zu bewegen oder morgens laufen zu gehen. Zu spüren, ich komme jetzt gerade wieder bei mir an. Dieses Ich-finde-mich-gerade-bla-bla-bla findet nur im Kopf statt. In dem Moment, in dem ich wieder in den Körper hineingehe, nehme ich Abstand vom Zirkus im Kopf. Das sind kleine Rituale, die wir für uns entwickeln können, um wieder den Körper zu zelebrieren. Dazu gehören auch Beauty-­Rituale. Den Körper schön einzuölen und zu massieren. Alles was einem gut tut. Diese Hinwendung zum eigenen Körper. Und den Kopf mit Abstand zu betrachten.

Maria Christina Gabriel - Spirituelle Mentorin und Autorin

 

Stichwort Leistungsgesellschaft. Besonders von uns Frauen wird viel abverlangt. Wir müssen gut aussehen bzw. wir WOLLEN gut aussehen…

Ganz genau, der Druck ist ja selbst gemacht.

Eben! Wir wollen erfolgreich sein und Karriere machen, Mutter werden, Zeit finden für Familie, die vielen Freunde und Bekannte finden, aufregende Events besuchen und die Welt bereisen… gerade mit Mitte 20 hetzen wir durch das Leben und finden kaum Zeit für uns selbst. Was macht das mit unserem Körper und Geist?

Ich spüre immer stärker, und das fängt schon meist in den 20ern an, dass dieser Lebensabschnitt gar nicht mehr vom Ausprobieren geprägt ist, sondern vom Ich-­muss­funktionieren. Gas geben. Dass Frauen sich fragen „Moment mal, was tue ich hier eigentlich? Macht mich das gerade glücklich? Mag ich eigentlich diese Beziehung? Mag ich diesen Menschen eigentlich wirklich da an meiner Seite? Oder finanziell gesehen: Ich bin doch viel mehr wert, warum läuft es nicht richtig?“ Dieser Moment der Selbstreflexion setzt mittlerweile viel früher ein, was aber auch bedeutet, dass Selbstdruck und Selbstzweifel viel früher einsetzen. Was echt unglaublich spannend ist, wohin unsere Gesellschaft da tendiert. Wenn wir uns diesen Moment mit uns selbst nehmen, auch mit Neugierde zu gucken: „Wer bin ich denn heute? Ich bin ja völlig anders als gestern. Ich habe neue Erfahrung gemacht, neue Eindrücke gewonnen. Was will ich mit diesen neuen Eindrücken eigentlich bewirken? Und was nehme ich heute davon mit in diesen Tag?“ Das bewirkt sehr viel. Wenn man einfach nur so in seinem Roboter­Automatismus funktioniert, um alles auf der To-Do-­Liste abhaken zu können und dabei noch toll auszusehen und das mit Links zu machen, dann laufen wir ganz, ganz schnell leer. Dieses Batterie-­Auslaufmodell von Burnout und Co setzt meiner Aufmerksamkeit nach viel, viel früher ein. D.h. es ist unglaublich wichtig zu sehen und zu verstehen wie unsere eigenen Ressource Körper funktioniert und wie man den Körper unterstützen kann. Lernt, Grenzen zu setzen. Öfter mal nein zu sagen zu Dingen, die sich nicht richtig anfühlen. Und das hat ganz stark mit dem Selbstwert zu tun. Bin ich mir es selbst wert, Nein zu sagen? Sage ich mal die Verabredung ab? Oder auch mal den Job, wenn ich spüre, dass dieser mir nicht gut tut? Oder auch mal zum Gehalt Nein zu sagen, weil man mehr wert ist. Was auch immer es im Einzelnen ist. Aber den Mut dafür aufzubringen und sich einzugestehen, wer man ist und was man wert ist, und klar zu äußern, was einem wichtig ist, ist eine unglaubliche Lehre, welche sich früher in den 30ern vollzogen hat und heute bereits in den 20ern stattfindet. Da muss man das nötige Selbstvertrauen haben.

Genau, was man mit Anfang / Mitte 20 vielleicht aber noch nicht hat!

Eben! Und da kommen wir zu den Vorbildern. Deswegen ist es ja so einfach, sich irgendwelche Insta­Influencer herauszusuchen und zu denken, die scheinen es ja drauf zu haben, denn die haben ja eine Millionen Likes. Die tieferliegende Frage sollte doch sein: Wo finden wir unsere eigentliche Unterstützung? Welche Netzwerke und welche Freunde tun uns gut? Man muss da selbstverantwortlich viel mehr Transparenz reinbringen, filtern und kritischer sein, mit dem was man präsentiert bekommt. Ich habe gerade das Gefühl, da kommt es gerade zu einem Gleichgewicht. Weg von dem schönen Schein und hin zu mehr Authentizität. Das ist ein wirklich spannender Prozess und vor allem zu sehen, wie diese jüngere Generation damit umgehen wird.

Du sagst Selbstliebe der Schlüssel, um alles zu erreichen, was man sich im Leben wünscht. Nun geht Selbstliebe aber weit mehr als nur über das äußere Erscheinungsbild hinaus… kannst du das genauer erläutern?

Ja genau. Selbstliebe ist ein Fundament. Eine Basis, auf der alles andere aufbaut. D.h. wenn ich mit einem Selbstverständnis begegne, mich mit all meinem Makeln akzeptiere und liebe. Damit meine ich auch die Inneren, zum Beispiel wenn ich denke, ich bin noch nicht weit genug, oder warum bin ich noch nicht mutig genug, die Dinge anzugehen oder Nein zu sagen. Mich also zu akzeptieren und diese Momente mit einer Liebe mir selbst gegenüber, mit einem liebenswerten Blick auf mich selbst, anzunehmen. Ein bisschen wie die beste Freundin mit einem reden würde und lernen, so mit sich selbst zu sprechen. Ich bin dafür diese Ebene der Liebe sich selbst gegenüber zu zelebrieren und anzuwenden. Das ist das Fundament für alles, was kommt. Weil ich dadurch anders mit mir selbst umgehe.

Ich habe mich ja früher sehr stark verachtet. Ich kam überhaupt nicht mit meinem Körper klar. Ich habe mich unwohl gefühlt, mich einem unglaublichen Selbstdruck ausgesetzt und einen starken Perfektionismus ausgeübt. Für mich war immer die Idee da, ich muss ganz viel machen, damit etwas dabei herum kommt. Seit dem Augenblick, in dem ich verstanden habe, wie ich eigentlich funktioniere und mich so lieben gelernt und gemerkt habe, je ruhiger ich die Dinge angehe, desto mehr schaffe ich und desto besser sind die Dinge, die ich schaffe. Weil ich vielmehr in Resonanz gehen kann.

D.h. dieser Aspekt der Selbstliebe ist für mich wirklich ein Fundament, um immer wieder zu schauen, dass alles was in meinem Leben gerade da ist, seinen Grund hat. Ich darf etwas daraus lernen und ich wachse damit. Und das ist absolut OK.

Und das hat absolut gar nichts mit einem „Selbstverliebtsein“ zu tun?

Nein, es geht nicht um den Narzissmus. Ganz spannend übrigens: Bevor ich das Buch geschrieben habe, habe ich viele Freunde gefragt, was Selbstliebe für sie sei. Und ich bekam die verschiedensten Antworten: Von Selbstbefriedigung über Narzissmus über „Das ist irgendwie das, wo ich mal hin will“. Die Definition des Begriffes zeigt, dass wir uns unheimlich schwer tun, es greifbar zu machen und das ist auch dieses Handicap. Denn Selbstliebe entsteht nicht im Kopf, sondern im Herzen. Diese Hinwendung und das Zelebrieren des eigenen Ichs, ohne dass ich mich auf ein Podest stelle, sondern gesunde Entscheidungen für mich treffe. Das bin ich. Damit kann ich geduldiger und gnädiger mit mir selbst sein.

Maria Christina Gabriel - Anleitung zur Selbstliebe

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Du arbeitest als spirituelle Mentorin und Reiki Meisterin und hast in einem Interview mal gesagt, dass du nie diese Spiri-Tussi sein wolltest. Dennoch führte dich dein Weg hin zur Spiritualität. Wie kam es dazu? 

Mein Weg war schon immer die Spiritualität, doch wollte ich diesen nicht annehmen. Das ist sozusagen der große Wendepunkt in meinem Leben. Denn ich bin ja mit dieser Gabe und dieser großen Empathie geboren. Ich hatte es schon immer, dass ich die Atmosphäre in Räumen gespürt habe und dass ich sofort wahrgenommen habe, wenn es jemanden nicht gut geht. Ohne das diese Person es verbal aussprechen musste. Für mich war es dieser Punkt, dass ich damit nicht umgehen konnte und eher so sein wollte wie die Anderen, die es in meinem Augen ja richtig machten. Nicht mehr anders zu sein, über und mit Engeln zu reden. Mein Körper lehrte mich wieder dieser Hinwendung. Der hat mir ziemlich klar gezeigt, dass es so nicht mehr weitergeht und ist in eine absolute Revolte mir gegenüber gegangen. Aus dieser Spiritualität einen wirklichen Beruf zu machen, dass es etwas ist, wovon ich heute leben kann, das war für mich ein sehr langer Weg. Erstmal einzusteigen und all die Kurse und Weiterbildungen, die ich gemacht habe, waren zunächst nur dafür da, mir selbst Fürsorge zu schenken und zu verstehen, warum ich krank geworden bin und wie dies mir nicht nochmal passieren kann. Zu verstehen, was das für Zusammenhänge mit meinem Lebensstil und mit meiner Familie und der Art und Weise hat, wie die Prägungen und Muster in unserer Familie sind usw. Das war wirklich ein Call, oder wenn man an Berufung oder Seelenaufgabe glaubt, der Anfang davon. Ich habe mich noch geschützt. Habe versucht in die andere Richtung zu laufen. Hat jedoch nicht so gut funktioniert.

Du betonst, dass deine Methoden und Tools stets praktisch und effizient, und ohne Hokuspokus durchzuführen sind. Wie können wir uns das genauer vorstellen?

Für mich geht es immer wieder darum, beständig Dinge in meinem Alltag einbauen zu können, so dass ich auch wirklich dran bleibe. Nicht zu sagen, ich habe keine Zeit oder kein Geld. Meine Methoden sind darauf konzipiert, dass man sie wirklich leicht in seinem Alltag einbinden kann und man auch dran bleibt. Wir kennen doch alle diese Sachen, die uns unglaublich gut tun, aber sobald es etwas stressiger wird, sind sie das Erste, was rausfliegt. Das erlebe ich auch immer wieder bei meinen Klienten. Daher sind alle meine Methoden so konzipiert, dass sie anpassbar an die eigenen Bedürfnisse sind. D.h. ohne morgens zu sagen, ich erde mich erstmal und komme in den Tag an und dafür muss ich erstmal eine Stunde meditieren. Für mich ist es beim Zähneputzen eine kurze Erdungsübung zu machen. Zum Beispiel, in dem man auf die Zehenspitzen geht und sich wieder runter auf die ganzen Füße fallen lässt. Damit ich den Boden unter mir wieder spüre. D.h. nicht, dass es nicht den Moment geben darf, in dem ich auch mal in einem Meditation gehe. Es bedeutet, es trotzdem zu integrieren, wenn der Zeitpunkt gerade da ist. Etwas anderes, das ich immer wieder empfehle, sind sich kleine Affirmationen oder Mantren selbst auf das Handy zu sprechen. Ich bin ein großer Verfechter davon, sich selbst zu erinnern, was einem gut tut. Einfach loszulegen und über die Sprachfunktion diese Dinge auf das Handy zu sprechen. Höre es dir selbst an, egal ob in der Bahn, im Büro oder wo auch immer. Höre dir zu und höre von dir selbst: Es ist ok, das schaffe ich, ich brauche mir jetzt nicht noch mehr Stress machen. Diese Momente sollte man für sich nutzen ohne die Ausreden, man habe keine Zeit oder kein Geld. Es geht alles. Es ist eine Frage der Strukturierung.

Ich stelle es mir unglaublich schwierig vor, seine eigene Stimme zu hören.

Ja, es ist ganz spannend. Denn es passiert auch energetisch etwas in diesem Moment. Weil jeder einzelne ganz genau weiss, was er braucht, wo man eigentlich hin will im Leben und was noch so alles in einem ist. Was noch gelebt werden möchte. In dem Moment, wo du völlig nach innen gehst und hörst: Was sagt mein Herz mir eigentlich gerade? In dem Moment öffnen sich so viele Türen, energetisch gesehen. Das ist echt ein neues Feld, was man öffnet. Ohne das man weiss, wie das auszusehen hat, was man damit zukünftig macht. Ich kann mir selbst zu hören, wenn ich mir sage, dass etwas ok ist. Das ist wirklich ein Trainieren. Es gibt niemand, der dir etwas besser sagen kann, als du dir selbst. So kann mehr Vertrauen und mehr Heilung entstehen. Man findet darin so einen Friedensmoment mit einem selbst.

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Was können wir tun, um uns selbst jeden Tag mit mehr Selbstliebe zu begegnen?

Stichwort: Selbstvergebung. Eine der absolut wichtigsten Dreh­ und Angelpunkte, wenn es um die Selbstliebe geht. Ganz oft haben wir ja so Momente, wo uns Kleinigkeiten begegnen, die uns triggern. Und oftmals geht das auf etwas zurück, was sehr viel älter zurückliegt. Wo wir eine Erfahrung gemacht haben, die negativ war oder wo wir gedacht haben, dass wir etwas nicht so gut gemacht haben, wie wir uns es vorgenommen haben. Wenn man für sich sozusagen versagt hat. Ich bin mir ganz sicher, dass wenn wir es schaffen, in solchen Momenten uns selbst zu vergeben, eine enorme innere Heilung geschieht und ein Wachsen aus einer bestimmten Situation heraus. Weil wir die Lehre darin erkennen. Ich freue mich immer, wenn die Leute das Schreiben als Methode für sich finden. Weil in dem Moment, in dem wir für uns etwas aufschreiben – und ich meine nicht tippen, sondern handschriftlich Dinge schreiben – wie zum Beispiel „Ich vergebe mir heute, dass ich letzte Woche zu meinem Partner … war.“ oder ähnliches, lassen wir es los. Es fließt heraus aus unserem Körper, auf ein weisses Blatt Papier. Sowas macht ganz viel aus. Anschließend mache ich es zum Beispiel häufig, dass ich diese kleinen Zettelchen zusammenfalte, herausgehe und diese in einem feuerfesten Gefäß verbrenne. Damit gebe ich die Energie frei und lasse die Dinge sich in Rauch auflösen. Was mir sonst irgendwie wie ein Kloß im Hals sitzen würde oder mir Bauchweh bereitet, kann rausgehen. Es kann sein, dass man es 2­3 mal machen muss, bis es wirklich gewandelt ist. Für mich ist dieses eines der wichtigsten Tools, sich immer wieder bewusst zu machen und in eine Selbstvergebung zu gehen. Sich das Leben nicht noch schwerer zu machen oder noch mehr Druck aufzubauen, sondern die Entscheidung für die innere Freiheit für sich zu treffen.

Seit Anfang des Jahres lebst du in der Stadt der Städte, in New York – die Stadt, die niemals schläft. Wie kommst du da zur Ruhe?

Es ist total spannend, denn ich erlebe New York gerade wie ich es mir eigentlich nicht vorgestellt hatte. Man soll sich ja immer wieder überraschen lassen. Gerade hier, bei uns im Viertel, haben wir unglaubliche Ruhe. Es ist hier fast schon, naja es als ländlich zu bezeichnen, ist schon übertrieben. Aber wenn wir hier die Fenster aufmachen, dann haben wir Vogelgezwitscher draußen. Wir schauen auf Grün. Wir haben einen Park vor der Nase und Wasser. Der East River ist nur 5 Minuten zu Fuss entfernt. Es gibt hier keine Hochhäuser, obwohl wir mitten in Manhattan wohnen. Ich habe hier sehr viele Ruhepunkte. Gerade auch die Verbundenheit zur Natur, die mir in jeder Stadt wichtig ist. Ich gehe mindestens einmal an Tag raus in den Park, um einfach mal nur dort auf die Wiese zu sitzen und kurz zu entspannen. Und nicht nur von einem zum anderen Termin zu hetzen. Gern trinke ich dabei meinen Tee. Strecke mich aus und fühle einfach, das ich hier bin. Was auch immer da draußen gerade los ist, ich docke mich mal kurz hier an und nehme neue Kraft auf.

Maria Christina Gabriel - Autorin & Spirituelle MentorinEs ist kein Geheimnis: Wir beobachten dich schon eine ganze Weile und ganz besonders beeindruckt uns dieses Strahlen, was von dir ausgeht? Was genau zaubert dir momentan diesen Glow ins Gesicht?

Es ist ganz sicher die Stadt. Ich habe gerade zum ersten Mal das Gefühl, dass mit dieser Vielfalt, die hier sein darf und die auch größtenteils harmonisch funktioniert, dass ich hier völlig aufgehen kann. Dieses Gefühl von Verbundenheit mit den diversen Kulturen, die hier sind, die unterschiedlichen Geschmäcker, wenn man an die Essenkultur denkt, das ist total bereichernd. Die verschiedenen Viertel mit ihren ganz eigenen Eigenheiten. Das man hier einigermaßen in Ruhe miteinander sein darf. Für mich ein wahrer Hoffnungspunkt, wenn ich mir die gesamte Welt aktuell anschaue. Ein anderer Aspekt ist, dass ich hier völlig in dieses Visions­Thema komme. New York ist ja wirklich eine Stadt, wo große Träume wahr werden können. Es ist eine Stadt, wo viele Leute unfassbar viel und lang arbeiten, um ihr Leben bezahlen zu können. Aber das hat vor allem diesem Spirit von „Ich mach das! Ich gehe die Sachen an.“ Natürlich auch, weil man muss. Aber auch, weil die Leute etwas in der Welt verändern wollen. Das ist eine unglaublich visionäre Stimmung, die New York hat. Die ist anders als in Berlin, wo man sich eher sagt: Ich mach da so ein Projekt. Ich gucke mal, wie’s so wird. Sowas gibt es hier nicht. Ich mag die Energie, sie gibt mir wahnsinnig viel Kraft. Es ist sehr bereichernd und man spürt, dass hier alle an einem Strang ziehen: Think big!

Wenn du dir eine Superkraft aussuchen könntest, um die Welt zu verbessern, welche wäre das?

Oh Gott, dass ist schwer. Mhm, aber irgendwie auch wieder nicht. (lacht) Denn am Ende des Tages ist es immer wieder die Liebe. Egal was ich sonst sagen würde. Selbst wenn ich die Hoffnung nennen würde, sie ist ein Resultat der Liebe. Also mehr Liebe in die Welt zu bringen und mehr Verständnis füreinander.

Was wünschst du dir für Frauen 2016?

Mehr Selbstrespekt und noch klarer Nein sagen zu können.

Maria Christina Gabriel - Spirituelle Mentorin und Autorin

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 Maria Christina Gabriel - Steckbrief

Liebe Christina, vielen Dank für das wirklich sehr bereichernde Gespräch. Wie schön, dass du deinem Herzen folgst und uns damit Tag für Tag aufs Neue zeigst, wie wichtig ist das Selbige zu tun. Mach weiter so und höre niemals auf! 💕

Wahnsinn, wer es bis hier her geschafft hat, dieses Interview zu lesen, der hat eine Pause verdient. Hier bekommst du eine kostenfreie Meditation von Christina, die dich in deinem Leben unterstützen, dir mehr Selbstvertrauen geben und dir auf deinem Weg als kraftvoller Anker dienen kann.

Fotocredits: Alle Portraits von Maria Christina Gabriel sind von Grit Siwonia, die Mood-Bilder in den Collagen sind von Christina’s Instagram Account