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Lina Jachmann: „Jeder Mensch hat jeden Tag die Chance sein Leben zu ändern.“

Was erwartet dich in diesem Beitrag?
Ein klasse Buchtipp samt Interview mit der Autorin. Und obendrein kannst du das Buch auch noch gewinnen.
Viel Freude beim Lesen!

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Lina Jachmann bringt selten ihren Müll runter. Und findet das immer noch zu viel. Das liegt nicht in etwa daran, dass sie zu busy ist, dies selbst zu tun. Nein, es liegt schlicht und ergreifend an ihrem Lebensstil. Grüner, nachhaltiger Minimalismus nennt sich dieser und darüber hat sie auch ein Buch geschrieben. Es trägt den klangvollen Titel „Einfach leben – Ein Guide für einen minimalistischen Lebensstil“ und ist Anfang des Jahres im Knesebeck Verlag erschienen. 

Nachhaltiger zu leben, das beschäftigt uns, ihr wisst das. Darum wollen wir im Rahmen der Adventszeit auch darauf einen Schwerpunkt legen. Nachhaltiger zu leben und zu konsumieren bedeutet in vielerlei Hinsicht auch einfacher zu leben. Sich zu reduzieren. Dinge nicht jedes mal neu anzuschaffen, sondern Wertigkeiten neu zu hinterfragen. Kaputtes zu reparieren. Und ganz sicher bedeutet es auch Verzicht.

Geht es dir nicht oftmals auch so, dass du vielleicht eins, zwei, drei neue Teile geshoppt hast, nach Hause kommst und dich schon kaum mehr über sie freuen kannst? Weil der Anblick deines übervollen Kleiderschranks dich erschlägt? Oder weil du dir nun schon das x-te Notizbuch gekauft hast, ohne dass all die anderen Hübschen mit Inhalten gefüllt wurden?

Einfach leben - Lina Jachmann - InterviewLina’s Minimalismus Guide macht Schluss damit! Und zeigt dir ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit ganz viel inspirierenden Portraits, Homestories, Interviews und DIYs im entspannten Magazinstil, dass grüner Minimalismus fetzt. 
Beim Minimalismus gibt es keine festen Regeln. Es geht nicht darum, eine bestimmte Zahl an Besitztümern zu erreichen […] Es geht nicht darum, Dinge zu zählen, sondern darum, Platz für die Dinge zu schaffen, die uns wirklich glücklich machen.
Lina Jachmann, Einfach leben

Finden wir gut! Trotzdem wollten wir noch das eine oder andere genauer von Lina erfahren und baten sie um ein kleines Interview: 

Liebe Lina, Minimalismus und Nachhaltigkeit gehen oft Hand in Hand – sind dennoch nicht das Gleiche. Was macht den Unterschied?

Minimalismus muss nicht zwangsläufig nachhaltig sein, richtig. Wenn Menschen zum Beispiel radikal aussortieren und die überflüssigen Dinge einfach wegwerfen oder bei Neuanschaffungen nicht auf den Background (Herstellung, ökologischer Fußabdruck, Material etc.) achten. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die viel Wert auf einen nachhaltigen Lebensstil legen und aus diesem Grund zum Beispiel eine reduzierte Capsule Wardrobe, mit sehr wenigen Kleidungsstücken, ablehnen und lieber alle Kleidungsstücke nach und nach auftragen.  
In meinem Buch „Einfach leben“ liegt der Schwerpunkt auf dem nachhaltigen, grünen Minimalismus. Ich gebe in dem Buch viele Anleitungen und Tipps, wie sich Nachhaltigkeit und Minimalismus ganz einfach vereinbaren lassen.
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Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und braucht einige Zeit, sich an Neues zu gewöhnen: Was macht es leichter und was sind deine 3 Profi-Tipps, um zu starten?

1. Mit einem überschaubaren Projekt, wie zum Beispiel dem Kleiderschrank, anfangen – der schnelle Erfolg motiviert zum Weitermachen.
2. Nur Dinge behalten, die das Leben wirklich bereichern und diesen Gegenständen dann einen festen Platz zuteilen. 
3. Nicht stressen lassen. Die überflüssigen Sachen sind ja auch nicht über Nacht gekommen.

Top Nachhaltigkeitsthema 2017 war die Vermeidung von Plastik- und Einwegbechern. Was darf 2018 gerne das Top Thema werden?

Puh, es gibt so viele grüne Themen, die es verdienen würden noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Auf Platz eins sollte sowieso der Klimawandel stehen. Besonders wichtig finde ich zudem, das Verbot von Mikroplastik anzustreben. Außerdem wünsche ich mir, dass die Leute Leitungswasser trinken und kein Wasser von Multikonzernen aus Plastikflaschen. Verpackungsfreies Einkaufen und Bio-Lebensmittel sollten wieder ganz „normal“ sein. 
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Sind Minimalismus und Zero Waste nur Trends? Oder ist das wirklich etwas Nachhaltigeres?

Ich habe das Gefühl, dass gerade eine echte Bewegung entsteht und sich das kollektive Bewusstsein langsam verändert. Da spielen so viele Faktoren mit hinein. Der Stellenwert von Besitz und Statussymbolen verändert sich. Die Sharing-Economy eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten. Klar, es ist noch ein weiter Weg. Aber langsam merken viele Menschen, dass wir keinen Planet B haben.

Der Mensch ist als Konsument*in geboren. Ist damit Minimalismus nicht eine Utopie?

Wer sagt denn das? Und außerdem hat jeder Mensch, jeden Tag, die Chance sein Leben zu ändern. Ich bin von der Konsumentin zur bewussten Verbraucherin geworden. Nun kaufe ich nur Dinge ein, wenn ich sie wirklich brauche. Minimalismus ist keine Utopie. Es ist ein Lebensmodell, dass jedem einzelnen mehr Glück, Zeit, Geld und Freiheit verschafft. Aber es bereichert nicht nur das eigene Leben, sondern ist eine echte Chance für die ganze Gesellschaft, sich wieder auf die wichtigen Werte und Ziele zu besinnen. 
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Wir wissen, du schätzt keine Sachgeschenke, sondern setzt mehr auf Erlebnisse beim Schenken. Verstehen wir gut! Dennoch erlauben wir uns folgende Frage: Wenn man 2018 den Vorsatz hat, minimalistischer zu leben, welche 3 Dinge dürfen dann auf keinen Fall unterm Weihnachtsbaum fehlen, um dieser Person eine Freude zu machen?

1. Das beste Geschenk für die beste Freundin: eine Menstruationstasse. (Spart im Vergleich zu dem Benutzen von Tampons so so so viel Müll ein und belastet den Körper nicht mit Chemikalien.)
2. Für Mama: ein schönes, selbstgemachtes Peeling. Da steckt viel Liebe drin und garantiert kein Mikroplastik.
3. Für alle, die sich für nachhaltigen Minimalismus interessieren: mein Buch „Einfach leben“.
 

Sehr gute Antworten. Und wie kann die Weihnachtszeit minimalistischer zelebriert werden?

In der Weihnachtszeit können wir uns wunderbar gegenseitig Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Durch den Schnee (hoffentlich schneit es mal wieder richtig!) stapfen, heißen Kakao trinken, vor den Kamin kuscheln – wir haben so viel Zeit zum runterfahren, wenn wir den Konsum runterfahren.
 

Was wünschst du dir für Frauen in 2018?

Ich wünsche mir noch mehr Zusammenhalt, Solidarität und Mitgefühl unter Frauen. Wir sind doch alle Schwestern! 
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Einfach leben - Buchrezension - Lina Jachmann

Na, auch Lust auf das Buch bekommen? Dann kommentiert einfach bis zum 6. Dezember bis 24 Uhr hier unter dem Artikel, auf Facebook oder Instagram:

Was könnte dein erstes minimalistisches Projekt in 2018 sein?

*Unsere Gewinnspielkriterien findest du auf der Seite „Über Uns“. Dieses Gewinnspiel läuft bis zum 06. Dezember 2017 bis 24 Uhr.

Photo Credits: Marlen Müller/Knesebeck Verlag & Jana Braumüller