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Kein Instagram-Account der Welt wird dir zeigen können, wie du dich selbst lieben kannst

Mit wundervollen Illustrationen von Namastehannah

In den letzten Wochen habe ich mich viel um mich selbst gedreht. Habe diese Tür zu einem Universum aufgemacht, das ich vorher immer nur zaghaft betreten habe. Hatte Angst mich vollends hineinzustürzen. Immer mit dem Wissen, dass man nicht abschätzen kann, was einem begegnet, was man vorfindet. Wie eine Art fremde Welt, in die man eintaucht und nicht weiß, wie man wieder hinausgeht.

Es gibt nicht diesen einen Schalter, den man umlegt und zack, ist man bei sich angekommen. Vielmehr ist es eine Reise. Ein harter Weg, bei dem man ganz viel hinschauen muss und endlich zulässt, dass man nicht mehr die Augen vor sich selbst verschließt. Wie jede/r sich auf diese Reise begibt, ist sicherlich sehr unterschiedlich. Es gibt kein Geheimrezept, auch wenn Instagram uns das manchmal glauben lassen mag. Der Impuls kann nur von dir selbst kommen.

Was ist eigentlich diese Selbstliebe?

Selbstliebe. Ein Begriff, der gerade Kreise zieht und schon in jegliche Richtung wieder ausgeschlachtet wurde. Und doch das wohl Fulminanteste, was wir 2018 tun können. Uns wirklich anfangen selbst zu lieben. Und irgendwie scheint jede/r auf der Suche zu sein mit dieser großen Frage: Wie geht das? Wie kann ich mich wirklich selbst lieben? Und die ehrlichste Antwort ist: Ich weiß es nicht. Ich kann es dir nicht sagen. Denn es gibt nur eine Person, die dir das beantworten kann und das bist du selbst.

Ich bin schon länger auf dem Weg und habe irgendwann bewusst gesagt: Ja, ich möchte mich selbstlieben. Ich möchte mehr von allem. Und selbst wenn du dir das sagst, bedeutet das nicht, dass du dich selbst lieben wirst. Und genau deswegen habe ich doch jeden Tag mit mir gekämpft. Mit dem Blick in den Spiegel, mit der Kleidung an meinem Körper, mit meinem Gesicht – gerade nach kurzen Nächten. Mit meinen Haaren, meiner Figur. Eigentlich war alles irgendwann einmal nicht gut genug. Irgendwas gab es immer auszusetzen. Und ich konnte mir noch so oft sagen, wie schön ich mich finde, es ging doch nicht in meinen Kopf.

Und genau das ist das Problem, wenn du deine Quellen aus Instagram & Co. ziehst. Wenn du diesen Artikel liest in der Hoffnung dich danach mehr zu lieben. Es wird nicht funktionieren! Natürlich haben mir andere Accounts und Gedanken Positives mit auf den Weg gegeben, haben mir gezeigt, dass ich mich so annehmen kann wie ich bin und dass ich zu mir selbst stehen kann. Aber all dieses Wissen ändert vielleicht in deinen Gedanken etwas, aber nicht in deiner Praxis. Nur weil andere sich selbst lieben, wirst du nicht anfangen dies auch zu tun.

Seit langer, langer Zeit fühle ich mich endlich wieder wohl. So wie ich bin, völlig pur, lebendig, frei, ungeschönt, ich. Auch in diesem wunderschönen Badeanzug von Wood Like Ocean, der mir kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde (Werbung).

Bin ich bereit bedingungslos zu werden?

Denn die Wahrheit ist, Selbstliebe kommt nicht über Nacht. Selbstliebe ist nichts, was wir aus Büchern lernen. Selbstliebe ist kein neuer Trend, den man einfach mal mitmachen kann. Selbstliebe ist harte Arbeit. Selbstliebe ist völlige Hingabe. Selbstliebe ist manchmal auch Aufgabe. Selbstliebe ist absolute Bedingungslosigkeit. Und Selbstliebe ist radikal, schonungslos und vielleicht das Ehrlichste, was du je gemacht hast.

Denn wenn du anfängst wirklich hinzuschauen, wirst du Dinge vorfinden, die dir nicht gefallen. Du wirst verletzlich werden und wirst dir Fragen stellen, die du vorher verdrängt hast. Wo kommt das her? Warum lehne ich dieses oder jenes bei mir ab? Wer bestimmt meinen Wert? Warum halte ich mich klein? Wann bin ich mir selbst genug? All das sind Fragen, die wir nicht mit einem Augenzwinkern beantworten und danach ist alles easy. Das sind Fragen, bei denen wir ganz tief in uns hineingehen müssen. Bei denen wir viel zulassen müssen. Und wo wir genau da, wo es wehtut, verweilen müssen und noch tiefer gehen.

Dafür benötigt es Zeit und etwas, das du gerne tust. Ich glaube fest, dass wir uns für diese Fragen wirklich mit uns selbst beschäftigen müssen. Das kann auf vielerlei Weise passieren und genau deswegen gibt es kein Geheimrezept für Selbstliebe. Bei mir war und ist es Yoga, wo ich wirklich diese Zeit mit mir habe und bedingungslos hinschauen kann. Bei dir ist es vielleicht ein anderer Sport, Meditation, Zeichnen, eine Teepause, Spazierengehen, Tanzen, ein Instrument spielen oder ein Saunagang. Was auch immer. Nimm dir Zeit für dich! Schau hin!

Und nun?

Es wird nicht von Heute auf Morgen Klick machen. Aber irgendwann wird es diesen Moment geben, den du nur mit dir hast und in dem du dich auf einmal völlig angekommen bei dir fühlst. Völlig wohl – genau so wie du bist. In dem du aufhörst zu optimieren, zu grübeln, ob alles ok ist, wie es ist. In dem du dich mit geschlossenen Augen anschaust und ehrlich sagen kannst: Das bin ich. Ich bin genug. Ich bin schön. Ich bin gut. Ich muss nichts sein, was ich nicht bin. Ich bin stark, fabelhaft, einzigartig. Mein Körper ist mein Zuhause, für das ich bedingungslos einstehen werde, um das ich mich kümmere. Ich liebe mich selbst – genau so wie ich bin. Und wenn du dich wirklich angenommen hast, wird dieses Gefühl kein kurzer, schöner Augenblick, sondern dauerhaft bleiben und dich heil werden lassen.

Wenn ihr noch mehr von den schönen Zeichnungen von Hannah sehen wollt, klickt euch fix mal bei ihrem Instagram-Profil rein. Einer dieser Accounts, die dich definitiv inspirieren werden. Losgehen musst du dann aber eben doch von ganz allein.

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