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Interior ✖️ Der selbstgemachte Couchtisch

Interior Queen SarahSarah, unsere einzigartige Interior-Queen mit viel Liebe zum Detail, hat es mal wieder in den geschickten Fingern gekribbelt und es musste ein neuer Tisch für die Couch her. 

Gesagt, getan. Hier ist das Prachtstück:

 

Bevor uns der Frühling wieder nach draußen ruft, kann man sich auch mal einem größeren Projekt widmen. Denn noch verbringen wir gerne viel Zeit in den kuscheligen vier Wänden. Deswegen widmen wir uns heute mal einem etwas größeren Thema: Tische!

Kann man doch einfach kaufen, gibt doch genug Auswahl bei Ikea & Co, denken die einen. Kann man, muss man aber nicht, denke ich. Vorteil bei einem selbstgebauten Tisch ist ganz klar, dass er am Ende im besten Fall genauso aussieht, wie ihr es euch wünscht. Der größte Vorteil ist aber sicher, dass sich so ein selbstgebauter Tisch in jeder nur erdenklichen Größe anfertigen lässt. Egal, ob ihr nun ein Kellerloch oder einen Ballsaal euer Eigen nennt, es gibt immer den passenden Tisch. Und davon gibt es viele! Esstische, Couchtische, Beistelltische, Nachttische usw. Für den Anfang probieren wir uns an einem neuen Couchtisch.

Vor dem Baumarktbesuch empfiehlt es sich, einen groben Plan des Tisches zu umreißen:

  • Welche Größe soll die Tischplatte haben?
  • Und welche Höhe überhaupt?
  • Soll er auf Brettern stehen oder auf Kanthölzern?
  • Welche Farbe soll das Holz haben oder soll er noch gestrichen werden?

Habt ihr vor einen Esstisch zu bauen, oder einen Couchtisch an dem häufig gegessen und getrunken wird, empfehle ich Kunstharzlack (je nach Geschmack in seidenmatt oder glänzend) mit auf die Einkaufsliste zu setzen. Mit diesem Lack lässt sich die Tischplatte versiegeln und ihr erhaltet eine Art waxige Oberfläche, die ihr nun jederzeit abwischen könnt. Verzichtet ihr darauf, müsst ihr damit rechnen, das sämtliche Flüssigkeiten (Rotwein olè), die fälschlicherweise auf dem Tisch statt im Mund landen, interessante Muster hinterlassen. Unbehandeltes Holz saugt nämlich gerne alles auf und gibt nichts wieder her. Einfach abwischen fällt auf Grund der rauen Oberfläche auch raus und würde wahrscheinlich nur den nächsten Wutausbruch fördern, es sei denn ihr mögt Lappenfussel auf eurer Naturholzoberfläche.

Einkaufsliste:

  • Holzbretter in der Stärke eurer Wahl (für Tischplatte, Beine und 3 Bretter zur Verstärkung der Tischplatte von unten)
  • 4 Winkel für die Beine + 8 Winkel für die Tischplatte und passende Schrauben
  • außerdem zusätzliche Schrauben, in der Länge ca. anderthalb mal so lang wie die Dicke eurer Holzbretter (zum Befestigen von Beinen und Tischplatte)
  • Kunstharzlack, grobes + feines Schleifpapier und Beize für den, der das Holz nicht in der gewünschten Farbe findet

Vorbildlich, wie wir sind, haben wir uns vorab natürlich Gedanken über die Maße usw. gemacht und wissen jetzt im Baumarkt ganz genau, welche Menge wir an Holz benötigen. Wer für den Zuschnitt der Bretter kein ausreichendes Werkzeug zu Hause hat oder sich noch nicht an Säge & Co herantraut, kann sich im Baumarkt einfach alle Leisten auf die gewünschte Größe zusammen schneiden lassen. Das spart später Zeit und Dreck zu Hause.

Wieder zu Hause angekommen, machen wir uns als erstes ans Sägen oder (ha!) freuen uns darüber, dass das schon der nette Baumarktmitarbeiter für uns übernommen hat. Soll der Tisch noch eine andere Farbe bekommen oder gebeizt werden, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Vorab einmal die großen Fasern mit dem Schleifpapier entfernen und anschließend beizen.

Im nächsten Schritt kümmern wir uns um den Kunstharzlack für die Tischplatte. Dazu suchen wir uns die dafür vorbereiteten Bretter heraus und decken den Untergrund mit Malerplane oder einem Müllsack ab. Anschließend können wir die Bretter mit dem Kunstharz lackieren. Tragt dafür eine dünne Schicht mit einem breiten Pinsel auf und lasst diese trocknen. Wir wollen auf jeden Fall den natürlichen Look des Holzes erhalten, aber trotzdem eine glatte Oberfläche erzielen. Deshalb empfiehlt es sich, den Kunstharzlack in mehreren dünnen Schichten aufzutragen. Nach dem Trocknen der ersten Schicht, die Oberfläche mit dem feinen Schleifpapier wieder leicht anschleifen. Staubpartikel abwischen und wieder streichen. Diesen Vorgang wiederholt ihr so lange, bis die Tischplatte eine glatte Oberfläche hat.
Tipp: Nehmt euch dafür ruhig Zeit und lasst die einzelnen Wachsschichten gut durchtrocknen. Umso sorgfältiger ihr hier arbeitet, umso länger habt ihr anschließend auch etwas von eurem selbstgebauten Tisch. 

DIY / couchtisch / table / interior

Sind die Bretter für eure Tischplatte fertig, drehen wir sie erst einmal um. Jetzt geht es an die Verstärkung. Diese hilft später dabei, dass sich die Tischplatte auch bei größerem Gewicht (10-Gänge-Menü mit der Familie) nicht verbiegt. Hierfür haben wir vorab drei extra Holzbretter eingeplant. Eines legt ihr quer in die Mitte, die anderen Beiden jeweils quer oben und unten an den Tischrand. Haltet dabei jeweils ca. 15 cm Abstand zum Tischende ein. An dieser Stelle werden später auch die Tischbeine verschraubt. Die quer aufgelegten Bretter jetzt einfach festschrauben. Achtet darauf, dass dabei alle Holzbretter der Tischplatte mit den Brettern zur Verstärkung verschraubt werden. Wer im Baumarkt gut auf die Schraubengröße geachtet hat, muss sich auch keine Sorgen machen, beim Bohren auf der anderen Seite der Tischplatte wieder rauszukommen.

DIY // Couchtisch // table // interior

Und jetzt der Härtetest: Tischplatte anheben und schütteln! Bleibt alles da, wo es sein soll und fühlt es sich fest und stabil an, können wir uns jetzt schon das erste Mal auf die Schulter klopfen.

Bis obenhin voll mit Euphorie machen wir uns gleich an die Tischbeine. Dazu die vorgesehenen Holzbretter zusammensuchen und auch die Winkel schon einmal zur Hand nehmen. Jetzt bilden wir Paare und legen jeweils ein Brett auf den Boden. Das andere Brett stellen wir im rechten Winkel auf das untere Brett. Achtet darauf, dass die Bretter am Ende glatt abschließen. Jetzt befestigen wir jeweils unten einen Winkel. Schraubt ihn am besten erst an dem einen Brett fest und dreht dann alles, um das andere Brett festzuschrauben. Oben wird nun der Winkel für die Tischplatte angebracht. Er darf nicht mit der Kante der Bretter abschließen, denn obendrauf wird ja nachher noch die Tischplatte gesetzt. Lasst einfach zwei Bretterdicken Platz. Sitzt das erste Tischbein, können wir mit den restlichen Beinen ebenfalls so verfahren.

Zu guter Letzt, bringen wir nun alle unsere Einzelteile zusammen. Die Tischplatte wieder verkehrt herum auf den Boden legen und unsere Tischbeine aufstellen. Diese platzieren wir jetzt an den Verstärkungsbrettern und schrauben den Winkel für die Tischplatte an dieser Stelle fest. Mit den restlichen Tischbeinen einfach genau so verfahren.

DIY // Couchtisch // table // interior

Dann ist der Moment endlich da: Tisch umdrehen und bestaunen! Noch einmal checken, ob alles fest sitzt und gegebenenfalls Schrauben nachziehen. Jetzt noch ins rechte Licht rücken, dekorieren oder gleich für das Vier-Gänge-Menü eindecken.

Herzlichen Glückwunsch zu eurem neuen Tisch!
Eure Sarah

P.S.: Den hübschen Kranz auf dem Foto könnt ihr euch HIER nachbasteln.