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Im Beauty Radar: Trendige Naturkosmetik von Lovely Day Botanicals

Naturkosmetik hat in weiten Teilen oftmals noch einen angestaubten Ruf oder das typische Öko-Image. Macht das überhaupt sauber? Hält die Schminke? Ist da nicht zu viel Alkohol drin? Lovely Day Botanicals will mit diesen Vorurteilen aufräumen und kreiert Kosmetik, die nicht nur hübsch aussieht, sondern auch einiges kann – und das ganz ohne Alkohol, andere Zusatzstoffe und zudem noch komplett vegan.

Es ist schon ein paar Tage her als wir im Mai beim ersten Blogger BBQ das große Vergnügen hatten Josephine von Lovely Day Botanicals kennenzulernen. Ihr sehr ansehnlicher Instagram-Account hatte uns schon früh auf sie aufmerksam werden lassen und wir konnten es kaum erwarten ihr die Fragen zu stellen, die uns unter den Nägeln brannten. 

Lovely Day Botanicals / Naturkosmetik / Interview / Beautyradar

Was hat dich dazu bewegt komplett natürliche Beautyprodukte herzustellen?

Ich bin schon in Teeanagerzeiten zur Naturkosmetik gekommen. Meine Tante ist Apothekerin und hat damals selbst für die Kunden Produkte gemacht und war immer auf diesem „Natürliche-Kosmetik-Trip.“ So hat sie mir das damals auch schon vermittelt. Als Teenager habe ich noch nicht so ganz drauf gehört. Gerade durch die Werbung nimmt man dann doch eher mal die silikonhaltigen Produkte, mit Parabenen etc. Ich habe es dann aber damals ganz stark an meinen Haaren gemerkt, die einfach völlig hinüber waren und nichts hat geholfen. Seitdem habe ich auf meine Tante gehört und habe angefangen aus Kokosöl und Sheabutter natürliche Sachen zu machen. Das hat so krass meine Haare verbessert, dass ich dann einfach dran geblieben bin. Seit bestimmt zehn Jahren benutze ich nur noch natürliche Produkte und kann eigentlich gar nicht verstehen, warum das jemand nicht macht.

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Wir hatten uns auch gefragt, woher du das überhaupt kannst, so tolle Cremes und Wässerchen herzustellen? Bedarf es einer speziellen Ausbildung oder wie war dein Werdegang?

Ich habe es natürlich von meiner Tante ein bisschen gelernt damals. Ich bin nach der Schule immer zu ihr in die Apotheke und dann haben wir angefangen selber ein paar Sachen zu mischen. Das sind natürlich eher Basic-Formulierungen gewesen, die sich auch jeder zu Hause herstellen könnte. Dann habe ich angefangen übers Internet in gewissen Foren und Gruppen auch mit internationalen Formulierern mich zusammen zu tun und habe da immer mehr gelernt. Dann bin ich für zwei Jahre nach Australien gegangen und habe dort von einer großen Kosmetikmarke jemanden kennengelernt, der mich mit in sein Labor geschleppt hat. Dort haben wir die Produkte, die es jetzt zu kaufen gibt, finalisiert.

Was unterscheidet deine Produkte zu bereits existierenden Naturkosmetikprodukten?

Das Geschäftsmodell ist eher so, dass ich alles nur online vertreibe. Das heißt die Sachen müssen nicht im Laden für mindenstens 36 Monate stehen. Das ist die Mindestdauer, die es bei dm etc. im Regal stehen muss. Dadurch kann ich die ganz anders konservieren als das andere Naturkosmetikmarken machen, nämlich völlig ohne Alkohol. Naturkosmetik ist super schwer zu konservieren. Das muss eigentlich mit mindestens 20 Prozent Alkohol erfolgen, wenn die irgendwie mal ein bisschen im Regal stehen sollen und das ist natürlich für die Haut nicht so toll. Deswegen verzichten mittlerweile auch viele auf Naturkosmetik. Viele Freundinnen, die ich kenne, vertragen es einfach nicht. Die vertragen den Alkohol nicht und auch die Massen an ätherischen Ölen, die teilweise drin sind. Auf die ich auch größtenteils verzichte oder nur in homöopathischen Mengen einsetze, indem sie eben wirklich helfen und nicht zur Beduftung da sind. Die Sachen riechen alle sehr, sehr dezent. Teilweise gar nicht.

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Im Umschwung von Frühling auf Sommer – auf was müssen wir besonders achten, damit unsere Haut schön frisch bleibt?

Man sollte auf jeden Fall Lichtschutz verwenden. Das kann ich immer nur predigen. Ansonsten viel, viel Feuchtigkeit. Mein Favorit ist da immer Hyaluronsäure. Das ist der allereffektivste Feuchtigkeitsbinder, den es überhaupt gibt. Es gibt zwei verschiedene Sorten, mit denen ich auch arbeite. Die eine dringt ganz tief in die Haut ein, die andere bleibt oberhalb der Haut und sorgt dafür, dass das Wasser ein bisschen verdunstet und bildet dort einen kleinen Film. Damit werden die Fältchen etwas aufgepolstert. Das ist so der Killerwirkstoff. Auch im Winter, aber im Sommer ist es natürlich super wichtig.

Und Hyaluronsäure ist auch vegan?

Muss nicht unbedingt vegan sein. Es wurde früher hauptsächlich aus Hahnenkämmen gewonnen. Man weiß, ehrlich gesagt nicht, welche Marken das immer noch so machen. Das muss man nicht irgendwie kennzeichnen. Aber es wird zunehmend biotechnologisch gemacht, also aus Bakterienkulturen.

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Die Frage hast du bestimmt schon zu oft gehört, aber wir wollen es trotzdem noch mal wissen: Welches ist dein persönliches Lieblingsprodukt?

Ich muss dazu sagen, mein gesamtes Portfolio sind momentan rund 30 Produkte und ich musste mich für fünf entscheiden, die ich am Anfang launche. Das fiel mir schon wirklich schwer, da ich auch alle selbst benutze und ohne keins wirklich kann. Aber der Toner ist, glaube ich, schon mein absoluter Favorite, weil er alles kann. Da sind Fruchtsäuren drin, die gegen Pickelchen und Unreinheiten wirken. Da ist mega viel Hyaluronsäure drin. Da ist Kamille und Aloe Vera drin, die beruhigend wirken. Ich würde fast sagen, viel mehr braucht eine Haut nicht. Teilweise im Sommer auch keine Creme und ähnliches.

Was ist dein best gehütetstes Beauty-Geheimnis?

Ich verwende keinerlei Conditioner für meine Haare, weil ich weiß, dass die Industrie da mit Sachen arbeitet, kationische Tenside heißt das, die deine Haare super glatt machen und super gut kämmbar nach dem Auftragen. Aber nach zwei, drei Tagen trocknen die Haare so krass aus, dass du das Gefühl hast, du musst wieder deine Haare waschen, damit sie wieder weich sind. Darauf verzichte ich. Ich nehme immer nur ein ganz mildes Shampoo und danach ein bisschen was von dem Haaröl und wenn die keinen Conditioner gesehen haben, nehmen die das auch viel schöner auf. Die saugen sich richtig voll damit.

Wir haben von einem Tipp gelesen, statt Spülung Apfelessig zu benutzen.

Ja, das stimmt. Die Säure zieht quasi alles raus und dann wird es super glatt. Naturkosmetik-Spülungen sind meist auch sehr sauer formuliert. Da hast du den selben Effekt. Aber da hast du dann wieder Alkohol drin.

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Was sind deine nächsten Steps mit Lovely Day Botanicals? Wird es auch mal dekorative Kosmetik geben?

Momentan bin ich dabei ein Ladengeschäft zu suchen. Es sieht auch so aus, als hätte ich bald eins. Damit ich dann ab Herbst einen Laden eröffnen kann, der natürlich mit fünf Produkten erstmal nicht so groß werden wird. Aber hauptsächlich auch Office-Place ist. Und ein Showroom, wo sich die Leute das auch mal angucken und ausprobieren können. Von den Produkten her wird es jetzt im Sommer ein paar easy Produkte geben. So Aftersun-Sprays wird es geben und im Sommer reicht das auch. Da will man sich dann nicht noch den Gesichtsbalm oder irgendwas drauf machen. Dann wird jetzt noch viel in Richtung Wellness kommen. Vor allem Düfte wie Raumdüfte. Ich mache auch seit vielen Jahren Parfums und ich habe angefangen die Pakete, die ich verschicke zu beduften. Das Feedback war so gigantisch auf diese Düfte. Im Winter will ich dann noch mit Spezialpflegeprodukten wie Cremes etc. loslegen, also quasi Intensivpflege.

Vielen Dank für das Interview, liebe Josy. Wir sind ganz gespannt auf deine neuen Düften und kommen im Herbst gerne im neuen Laden vorbei. 

Hier findet ihr die Produkte von Lovely Day Botanicals im Shop.