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How to travel low budget: Mauritius

Endlich kommt ein Bericht, auf den ich selbst schon lange gewartet habe. Anfang Februar war ich auf der wunderschönen Insel Mauritius und habe dort zehn Tage Südsee-Urlaub verbracht. Noch vor der Abfahrt waren die meisten Reaktionen: Krass, wo liegt das denn? Wie kannst du dir das leisten? Oder auch: Ist das nicht viel zu teuer?

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Ehrlich gesagt, war ich anfangs auch peinlich berührt mein neustes Reiseziel zu äußern, da es in meinen Ohren irgendwie dekadent klang. Aber je mehr wir uns mit der Planung befassten, desto schneller wurde klar, dass wir, wie eigentlich immer, Low Budget Urlaub machen werden, aber eben Südsee-Style und das so „nachhaltig“ wie es irgendwie geht. Zugegebener Maßen klingt das erstmal ziemlich unmöglich, aber mit ein paar Tricks ist es gar nicht so schwierig.

Aber warum gerade Mauritius?

Als mich meine Freundin fragte, ob ich mit ihr einen Südsee-Urlaub verbringen möchte, war meine Antwort natürlich sofort ja. Und dennoch wurde mir beim Gedanken an mein Bankkonto relativ schnell Angst und Bange. Das Urlaubsziel war jedoch klar definiert: es muss heiß sein, man muss nonstop schnorcheln können, es darf keine Krankheiten geben und ein gut ausgebautes Verkehrswesen inkl. Krankenhausnähe. Wieso der Terz? Weil meine Freundin schwanger war und wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sein wollten.

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Am Ende blieben drei Reiseziele übrig: Malediven, Seychellen und Mauritius. Da mein Öko-Herz jedoch bei jeder Urlaubsentscheidung mitschlägt, war schnell klar, dass die Malediven raus sind. Nur vom Menschen künstlich erschaffene Anlagen, große Probleme mit der Müllentsorgung der vielen Touristen, eine Müllinsel mitten im Meer von der Minute für Minute Plastik u.a. ins Meer geschwemmt wird und die Zerstörung des Lebensraumes der Pflanzen und Tiere im Wasser durch immer mehr Wassersport.

Berichte über die Seychellen und Mauritius sahen da schon ganz anders aus. Ich las von extra Schutzräumen im Meer, einem sehr intakten Korallenriff und bestimmten Kriterien für den Bau von Resorts und Ferienanlagen. Es darf zum Beispiel kein Gebäude höher als die höchste Palme in der Umgebung sein. Der ausschlaggebende Punkt für Mauritius war dann letztendlich die etwas günstigere Variante eines Südsee-Urlaubs und für mich zusätzlich noch die gut aufgestellte Politik im Land, ein Sozialsystem, das alle Bevölkerungsgruppen abdeckt und die bestehende Demokratie. Auf den Seychellen sieht es gesellschaftspolitisch da schon düsterer aus.

Soviel zu unserer Entscheidung. Nun aber zum wirklich wichtigen Teil:

Wie haben wir es geschafft kostengünstig in einem eher hochpreisigen Reisegebiet Urlaub zu machen?

1. Sei flexibel in deinem Reisezeitraum

Wenn du dich nicht auf einen bestimmten An- und Rückreisetag versteifst, kannst du beim Flug unglaublich viel Geld sparen. Denn nur einen Tag früher oder später könnte die gleiche Strecke hunderte Euro günstiger sein. Am besten suchst du dir deinen Flug über Vergleichsseiten wie Skyscanner oder Jetcost. Dort bekommst du einen guten Überblick über die einzelnen Tage.

Apropos Flug. Klar, eines der umweltschädlichsten Transportmittel überhaupt. Und doch eben die einzige Alternative, wenn man das Bedürfnis hat viel von der Welt zu sehen. Meine Empfehlung: Es hilft zwar nicht aktiv, aber eben an anderer Stelle. Spende einen CO2-Ausgleich. Mit dem Betrag werden Klimaschutzprojekte gefördert. Ich tue das z.B. über Atmosfair.

2. Sei flexibel in deiner Reiseroute

Klar ist es am bequemsten den direkten Weg ins Paradies zu wählen, aber dafür locker mal das Doppelte für den Flug bezahlen? Niemals. Wir haben uns für British Airways entschieden, sodass wir zunächst nach London geflogen sind, um von dort weiter nach Mauritius zu düsen. In Deutschland gibt es Direktflüge von Frankfurt. Aber da hätten wir doch auch erst einmal hinfahren müssen!? Wir haben für unseren Flug noch nicht einmal 600 Euro bezahlt. Auf Mauritius haben wir dann von deutschen Reisenden immer nur Preise ab 1000 Euro gehört und haben uns schön ins Fäustchen gelacht.

3. Reise mit Freunden

Ein echter Geldspar-Tipp aus einem ganz einfachen Grund: je mehr Personen mitreisen, desto günstiger werden Mietwagen, Unterkunft, Supermarkteinkäufe, Eintrittspreise usw. Das gilt natürlich nur, wenn ihr Tipp 5 und 6 beherzigt!

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4. Reise unabhängig

Was soll das denn heißen? Ganz einfach, nimm Abstand von großen Reiseveranstaltern, Hotelanlagen und All-Inclusive-Angeboten. Das schont nicht nur deinen Geldbeutel extrem, sondern bringt vor allem Geld ins Land (und eben nicht an ausländische Reiseveranstalter). Ein Einkauf bei Einheimischen bringt, gerade in ärmeren Ländern, wesentlich mehr als eine Rundum-Sorglos-Versorgung in einer Hotelanlage.

5. Wähle eine Privatunterkunft

Basierend auf Tipp 4 ist es ratsam nach Privatunterkünften Ausschau zu halten. Dank Portalen wie airbnb, FeWo-direkt oder auch Wimdu lassen sich ganz einfach tolle Unterkünfte herauspicken, die nur einen Bruchteil von den teuren Resortanlagen kosten. Zudem sind sie noch wesentlich umweltfreundlicher und nachhaltiger, da du dich bewusst gegen eine künstlich errichtete Anlage entscheidest und lieber bei Locals unterkommst. Damit spülst du aktiv Geld ins Land und überlässt es nicht den großen Hotelketten, die in der Regel nicht von Einheimischen betrieben werden. Wir hatten eine Top Unterkunft in Pointe aux Piments, etwas abseits vom Touristentrubel, eingebettet in die lokale Wohngegend. Und zudem noch den Luxus jeden Morgen Brötchen von unserer Vermieterin zu bekommen, die direkt nebenan wohnte. Außerdem befand sich ein Obst- und Gemüsestand direkt an der nächsten Straße und die Bushaltestelle war auch direkt dort. Der Strand lag zwar nicht direkt vor der Nase, dafür hatten wir aber das Vergnügen uns auch mal ein bisschen die Beine zu vertreten und die 10 Minuten zum Strand zu laufen.

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6. Wähle die geeigneten Transportmittel

Für uns war schnell klar, dass wir nicht die gesamte Zeit einen Mietwagen brauchen werden, da wir vor allem an einem Strandurlaub interessiert waren. Für den Weg vom Flughafen zur Unterkunft hat unsere Vermieterin ein relativ günstiges Shuttle organisiert, quasi ein Privattaxi mit fester Summe. An den restlichen Tagen ohne Mietwagen sind wir vor allem mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Taxi gefahren. Taxi und Mietwagen werden in der Gruppe schnell sehr kostengünstig. Und die Busstrecken auf Mauritius kosten lächerlich wenig. Die Preise bewegen sich da zwischen 20 und 50 Rs. Das sind umgerechnet gerade mal 30 Cent bis 1,10/ 1,20 Euro. Für die Fahrt vom Supermarkt nach Hause bezahlten wir immer 30 Cent. Die Fahrt in die Hauptstadt war nicht nur abenteuerlich, sondern kostete auch nur wenige Cents. Zudem ist Busfahren eine gute Gelegenheit etwas mehr vom Land zu sehen, was man sonst vielleicht verpassen würde. Es ist eben ein Unterschied, ob du zwischen Einheimischen sitzt, die gerade zur Arbeit fahren oder allein im klimatisierten Hotel-Shuttle, das dich so gut wie nur möglich von den wahren Gegebenheiten auf der Insel fernhält.

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7. Suche dir kostenfreie oder günstige Freizeitaktivitäten

Klar, ein Land wie Mauritius ist auf Touristen eingestellt. Es gibt hunderte Möglichkeiten deine Freizeit zu füllen. Wenn du Geld sparen und gleichzeitig wirklich das Land kennenlernen möchtest, eignet sich jedoch meist keines dieser Angebote. Dabei gibt es so viel mehr zu tun als Speedboot fahren und in Zoos rumlungern. Mauritius hat einen unfassbar schönen Nationalpark, in dem es etliche Wanderrouten gibt, die nur darauf warten entdeckt zu werden. Die Hauptstadt bietet Märkte und alte Landesgeschichte. Die etlichen Tempel der Insel zeugen von den verschiedenen Religionen, die friedlich nebeneinander leben. Auf den Straßen gibt es wahres Street Food und in den Ortschaften kommst du in Kontakt mit Einheimischen und erkundest schöne Läden, die hiesigen Lebensmittel und lokale Spezialitäten. 

Ob ihr es glaubt oder nicht, aber wir haben für 10 Tage Südsee-Traum pro Person noch nicht einmal 1000 Euro bezahlt. Inklusive Flug, Mietwagen, Apartment, Lebensmittel und Unternehmungen. Dabei haben wir weder an Spaß eingebüßt noch jeden Cent drei Mal umgedreht. Das meiste Geld, das wir ausgegeben haben, ließen wir direkt im Land (außer die Flugkosten natürlich). 

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