Filmtipp + Gewinnspiel: Die Göttliche Ordnung

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2017. Es ist Wahljahr. Im September wird wieder darüber abgestimmt, wer Deutschland regieren soll. Wählen dürfen alle deutschen StaatsbürgerInnen ab 18 Jahre. Wohlgemerkt, Frauen und Männer. Eine Selbstverständlichkeit für jeden von uns. 

Schauen wir nicht mal 50 Jahre zurück. Direkt in ein angrenzendes Nachbarland Deutschlands. Die Schweiz war 1971 eines der letzten Länder, die das Wahlrecht für Frauen einführte. Und das auch immer noch unter Protest. Davor war es keiner Frau möglich über die Politik des Landes mitzubestimmen. Jedwede Entscheidung, auch die, die aktiv in das Leben von Frauen eingriff, wurde über ihren Kopf hinweg entschieden. Und das vor allem, weil es nicht zur natürlichen Bestimmung der Frau gehören sollte Politik zu betreiben.

DieGoettlicheOrdnung∏AlamodeFilm#5© AlamodeFilm

DIE GÖTTLICHE ORDNUNG. So heißt es. Die göttliche Ordnung würde gestört werden, würden Frauen wählen dürfen. In einigen Teilen der Schweiz glaubte man das sogar bis 1990. In einigen Teilen der Welt bis heute. Der Kanton Appenzell hatte 1990 als letzter und nur auf Anweisung des Bundesgerichts das Wahlrecht für Frauen  auf kantonaler Ebene eingeführt. Also nicht unbedingt ein Zufall, dass Die Göttliche Ordnung in genau diesem Kanton spielt. Ein kleiner Seitenhieb. Ein Denkzettel. 

Worum geht es also in die DIE GÖTTLICHE ORDNUNG?

Schweiz, 1971: Nora ist eine junge Hausfrau und Mutter, die mit ihrem Mann, den zwei Söhnen und dem missmutigen Schwiegervater in einem beschaulichen Dorf im Appenzell lebt. Hier ist wenig von den gesellschaftlichen Umwälzungen der 68er-Bewegung zu spüren. Die Dorf- und Familienordnung gerät jedoch gehörig ins Wanken, als Nora beginnt, sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen, über dessen Einführung die Männer abstimmen sollen. Von ihren politischen Ambitionen werden auch die anderen Frauen angesteckt und proben gemeinsam den Aufstand. Beherzt kämpfen die züchtigen Dorfdamen bald nicht nur für ihre gesellschaftliche Gleichberechtigung, sondern auch gegen eine verstaubte Sexualmoral. Doch in der aufgeladenen Stimmung drohen Noras Familie und die ganze Gemeinschaft zu zerbrechen.

Trogen, Appenzell, Schweiz, 1. Maerz 2016 - Die goettliche Ordnung, Standbild Film Szene 55 und 56.© AlamodeFilm

Der warmherzigen und bis in die Nebenrollen überzeugend besetzten Komödie gelang in ihrem Heimatland der Schweiz ein sensationeller Kinostart, der ihn schon jetzt zu einem der erfolgreichsten Schweizer Filme aller Zeiten macht!

DIE GÖTTLICHE ORDNUNG wurde ausgezeichnet mit drei Schweizer Filmpreisen und dem „Prix de Soleure“ der Solothurner Filmtage. Beim Tribeca Film Festival in New York gewann der Film den Zuschauerpreis und den Nora-Ephron-Preis. Hauptdarstellerin Marie Leuenberger wurde als beste Schauspielerin in einem internationalen Film geehrt.

Und auch die Entstehungsgeschichte zum Film ist interessant mitzuerleben. Bei Recherchearbeiten zum Frauenwahlrecht in der Schweiz stieß Regisseurin Petra Volpe auf einen Zettel in einem Archiv. „Da hat eine junge Hausfrau und Mutter in schöner, sorgfältiger Handschrift geschrieben: Sie sei ja sonst nie politisch, aber dieser Aufruf der Stimmrechtsgegnerinnen würde sie jetzt doch so wütend machen, dass sie sich sogar überlege, aktiv für das Stimmrecht zu kämpfen! Das war der erste Funken für Nora, eine Frau, die aufwacht und sich zu einer politischen Person entwickelt.“

Trogen, Appenzell, Schweiz, 30. Maerz 2016 - Die goettliche Ordnung, Standbild Film Szene 66, 78 und 105.© AlamodeFilm

Dabei waren Frauenstimmrechtsgegnerinnen, gerade in der Schweiz, kein Einzelfall. Kaum vorstellbar, dass tatsächlich auch vornehmlich Frauen gegen die Einführung des eigenen Wahlrechts protestierten. Dazu sagt Regisseurin Volpe im Interview.

„Ich habe eine ganze Dissertation über die Antisuffragetten – die Stimmrechtsgegnerinnen in der Schweiz – gelesen. Aus heutiger Sicht ist es kaum nachvollziehbar, warum grade unzählige Frauen 1971 noch so verbissen gegen das Stimmrecht gekämpft haben. Es waren oft sehr gebildete Frauen, Akademikerinnen, Dorfköniginnen, die sich ganz gut eingerichtet hatten, und die vielleicht einfach nicht wollten, dass ihre Köchin auch etwas zu sagen hat. Wenn man Interviews mit ihnen anschaut, kann man von einem fast schon lustvollen Unterwerfungsgestus sprechen.

Es ist ein üblicher Mechanismus bei Menschen, die keine Macht haben – sie sagen einfach: Wir brauchen die Macht gar nicht! Dass Frauen in vorauseilendem Gehorsam vehementer gegen die Gleichberechtigung sind als die meisten Männer, ist ein Phänomen, das man auch heute noch beobachten kann. Eine Frau zu zeigen, die auf der Seite der Gegner ist, fand ich spannender, weil es eben mehr Fragen aufwirft. Der Antagonismus der Männer in der Geschichte ist außerdem eh schon gegeben, […].“

Wir finden: absolut sehenswert und super spannend! Und vor allem auch nochmal ein Aufruf, gerade zur heutigen Zeit, gerade im Wahljahr 2017, seine eigene Stimme wahrzunehmen. Dankbar dafür zu sein, was andere Frauen für uns bereits gekämpft haben und wie wichtig eine Beteiligung unsererseits ist. Und vor allem, welch politische Macht wir besitzen.

Wenn ihr jetzt genauso versessen darauf seid den Film endlich zu sehen, haben wir heute was besonders Schönes für euch im Gepäck. 

Zum Filmstart in Deutschland am 03. August 2017 verlosen wir 2×2 Tickets!*
Alles, was du dafür tun musst, ist die Person bei Facebook, Instagram oder hier in den Kommentaren zu verlinken, mit der du dir die Popcorn-Tüte zu diesem Film teilen würdest.

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Weitere Infos zum Film gibt es hier oder auf der Facebook-Seite zum Film.

*Der/die GewinnerIn wird am 30.07.2017 um 20 Uhr ausgelost. Die Gewinnbenachrichtigung erfolgt via E-Mail. Der Rechtsweg oder eine Auszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Mitarbeiter sind vom Gewinnspiel ausgeschlossen. Der Gewinn wird im Anschluss postalisch versandt. Dafür ist die Angabe einer Adresse nach Benachrichtigung erforderlich. Das Gewinnspiel gilt ausschließlich in Deutschland.

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