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FEMALE VOICES: Gedanken zu 2016 & Feminismus

Unseren letzten Beitrag für die diesjährigen FEMALE VOICES möchten wir nutzen, um unsere eigenen Stimmen abzugeben.

Not Another Woman Magazine - Portrait - Female Voices

Christin – 34 – Berlin

„Ohne meine Tochter geht hier nix!“ Als Neu-Mama hat Christin dieses Jahr vor allem die Geburt ihrer Tochter geprägt. Kein Wunder, dass sie die Erste wäre, die sie für eine Reise zur einsamen Insel einpacken würde. Dort wäre sie dann auch endlich sicher vor Smarties-Attacken. Bäh, die hasst Christin. Und Geiz und Ungerechtigkeit. Ungerecht findet sie auch, dass Beyoncès Tag gefühlt viel mehr Stunden hat als unserer. Deswegen würde sie nur zu gerne mal in die Rolle der Powerfrau schlüpfen und das Geheimnis um ihre zusätzlichen Stunden lüften. Würde sie auch mit Leichtigkeit hinbekommen, wollte Christin doch mit 10 Jahren noch Tänzerin werden. Auch heute schwingt sie beim ersten Anzeichen von Soul/ RnB sofort die Hüfte. Da fällt mir ein, Christin, wann gehen wir eigentlich das nächste Mal auf die Piste? Da gibt es dann auch nicht Baby-Brei, den du jetzt immer fleißig wegschnabulierst, sondern ‚nen schönen Sekt auf Eis. 

Und wenn wir dann einmal in Feierlaune sind, setzen wir dich direkt noch zu James Gordon ins Auto, damit ihr gemeinsam die neusten Hits in seiner Carpool-Karaoke schmettern könnt. Dann brauchst du noch nicht mal eine Million, um endlich dein Ding machen zu können.

Christin - Not Another Woman Magazine - Portrait - Female Voices

Was hat dich rückblickend 2016 am stärksten bewegt?

Klar, dass auch hier Christin direkt die Mama-Gedanken einschießen. Sie hat so viel erlebt dieses Jahr. Von maximaler Freude bis hin zu schwierigeren Minuten und Stunden. Und gerade weil Christin äußerst ehrgeizig ist, hat sie versucht so viel es nur geht unter einen Hut zu bekommen. Nicht immer leicht, wenn man alles perfekt wuppen möchte und dann von allen Seiten Druck aufgebaut wird. Dabei sind es doch meist die Mütter selbst, die am besten wissen, was sie und ihr Kind in dem jeweiligen Moment benötigen. Und trotz aller Wichtigkeit der Mütter hat Christin stark zu spüren bekommen, wie viel Verantwortung auch den Vätern zuteil wird. Und wie wichtig es ist, dass diese auch ihre Verantwortung überhaupt wahrnehmen können. 50 Prozent. Das muss sich auch Christin immer wieder vor Augen führen. Und dabei meint sie noch nicht mal die großen, politischen Fragen wie Elternzeitaufteilung & Co. sondern vor allem auch die vielen alltäglichen Kleinigkeiten, die sich in so einer Familie dann zusammentragen. Oftmals sind es die Mütter, die in die Verantwortung genommen werden á la „Mama, siehst du nicht, dem Kind schmeckt es nicht.“ Dabei könnten wir das doch genauso gut dem Vater sagen. 

Christin - Not Another Woman Magazine - Portrait - Female Voices

Jana – 28 – Berlin

Bei den drei Worten, die Jana gut beschreiben, nennt sie selbst: Workaholic, Öko und Feministin. Workaholic – ja, dem kann ich durchaus zustimmen. Drei Jobs und hier und da noch zusätzliche freie Aufträge. Dabei kommen Freunde und Familie nie zu kurz. Niemand schafft mehr in 24 Stunden als Jana (außer vielleicht noch die andere Dame, die ich bewundere ☝🏼). Öko – ich weiß, dass Jana mit Stolz gefüllter Brust diesen Begriff notiert hat. Doch klingt Öko irgendwie immer noch nach Zimtlatschen und ausgebeulte, bunte Patchworkhosen. Nix davon ist Jana. Sie ist eine Grünpflanze – aber eben mit Klasse und Style. Veja Sneaker treffen Fair Fashion Jeans von MUD oder den Slip Dress Look von Jan’n’June. Natürlich alles in zurückhaltenderen Farben. Und im Zweifel sowieso gerne und immer Schwarz. Und Feministin? Klar, keine Frage. Oder warum sollte sie sonst Mitbegründerin dieses Magazins sein?

Für ein vollständigeres Bild von Jana würde ich die drei Begriffe gerne noch ergänzen. Jana ist eine Reisende. Selten, dass sie dieses Jahr an irgendeinem Wochenende mal in Berlin war. Ob traumhafte Strände wie auf Mauritius oder felsige Berglandschaften wie auf Island – egal, Jana liebt das alles. Auch die Havel und die Spree. Am liebsten würde sie – sollte auch sie mal die Lottofee mit einer Million beglücken – sich einen Van kaufen, aussteigen und die Welt bereisen. Aber Jana wäre nicht Jana, wenn sie mit dieser Mille nicht auch noch die Schulden ihrer Liebsten begleichen und 1/10 davon spenden würde. Ehrensache! Ach, und ein Selbstversorgerhaus wäre auch noch schön. Sonst noch was? Ach ja, die Musik. Ja, die darf nie zu kurz kommen. Als Musikmädchen durch und durch würde sie – neben Familie & Freunde (natürlich) – nur die Musik mit auf eine einsame Insel nehmen.

Jana - Not Another Woman Magazine - Portrait - Female Voices

Was fällt dir zu Feminismus ein?

Oh, ganze Menge! Prompt habe ich mit dieser Frage den Kippschalter gedrückt, sprudelt es aus Jana nur so raus. Denn nur, weil für uns Frauen hier in Deutschland vielleicht schon eine Menge erreicht ist, heißt es nicht, dass es auch für andere gilt. Jana will raus aus dem Pop-Feminismus-Getue, rein in die unbequemen Fragen: Darf ich mir  ein Girlpower-Shirt von einer Frau nähen lassen, die mit dem Lohn noch nicht mal ihre Familie ernähren kann und neben der Arbeit ihren Säugling in der Fabrik liegen hat? Oder was ist mit all den Frauen in den patriarchalischen Gesellschaften, die nicht wissen, was für Kapazitäten sie in sich tragen. Die erst komplett ausbrechen müssen, wie z.B. Malala, um ihr Potential entfalten zu können. Und sich dabei immer noch in Gefahr begeben müssen. Feminismus, so wie ihn Jana versteht, möchte sich nicht nur für die Belange der Frauen einsetzen. Die Welt sollte zu allererst Menschen ernst nehmen – und sie nicht in die Kategorien Männer und Frauen einteilen und bewerten. Puh Leute, ich klapp den Schalter mal wieder hoch für heute. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen und ich werde bei Zeiten Jana hier wieder in einen gewaltigen Brainfood und Tiefgang Artikel zu Wort kommen lassen.

Jana - Not Another Woman Magazine - Portrait - Female VoicesJana - Not Another Woman Magazine - Portrait - Female Voices

Ach und fast hätte ich es noch vergessen. Jana ist nicht nur eine Grünpflanze, sie ist auch ‚ne richtige Seegurke, die sich sehr um das Wohl der Meere sorgt. Gern würde sie mal die Meeresbiologin und Umweltaktivistin Sylvia Earle kennenlernen und fragen, wie es nun ganz genau um die vielen Meeresbewohner bestellt ist. Einen kleinen Eindruck bekommt man schon hier: