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Beyoncé ist wütend!

Beyoncé war die letzten Jahre häufiger in der Kritik nicht politisch genug zu sein. Zu viel Popstar, zu wenig Engagement. Zu viel Schein, zu wenig Sein. 

Jemand, der sich mit Beyoncé eingehender befasst als nur in der neusten Klatschpresse über sie zu lesen, wusste jedoch schon immer, dass hinter der Pop-Fassade ein wildes Kämpferherz steckt, das sich nicht auf dem rühmenden Erfolg ausruht, sondern stürmisch um sich schlägt, wenn es die Zeit benötigt.

Und es wird benötigt! Vorletzte Woche wurden innerhalb kürzester Zeit zwei Afroamerikaner von Polizisten willkürlich erschossen. Fassungslose Bilder verbreiteten sich im Netz und schnell wurde deutlich, dass hier nicht Tatverdächtige auf der Flucht oder Kriminelle im äußersten Notfall, sondern Menschen, die der Situation sowieso schon hilflos ausgeliefert waren, einfach niedergeschossen wurden. Als wäre das normal. Als könnte man das einfach so machen.

Und wieder hält die Welt den Atem für eine Millisekunde an. Ein lautes Raunen verbreitet sich. Wir haben ein Problem mit Rassismus? Das hätten wir nie für möglich gehalten… (Ironie off). Es ist beschämend, erschreckend und fast schon irrwitzig, wenn es nicht so tragisch wäre. Wie so oft, ist der akute Fall so schlimm, so unerwartet und so überraschend.
Dabei gibt es Leute, die jahrelang genau diese Problem anprangern, die sich noch nie versteckt haben, die aber auch niemand hören wollte. Bis es dann wieder eskaliert. Bis auf offener Straße zwei Menschen erschossen werden müssen, die Opfer des gesamten Problems sind.

„We don’t need sympathy. We need everyone to respect our lives“

Beyoncé hat genug. Schon in den vergangenen Monaten hat sie mit deutlichen politischen Aktionen darauf aufmerksam gemacht, dass weiterhin ein Ungleichgewicht zwischen schwarz und weiß herrscht, dass es zwar normal ist, dass die Unterhaltungsindustrie von dem Talent junger Leute mit afroamerikanischen Wurzeln lebt, sie jedoch im alltäglichen Leben weiterhin auf massive Anfeindungen treffen.

Beyoncé will das nicht weiter tolerieren. Diese Woche hatte sie ihre gesamte Website, die sonst selbstverständlich im höchsten Maße auf Promo ausgelegt ist, komplett runtergenommen und veröffentlicht eine W(M)utrede, die es in sich hat.

Screenshot www.beyonce.com via jetzt.de

Screenshot www.beyonce.com via jetzt.de

„These robberies of lives make us feel helpless and hopeless but we have to believe that we are fighting for the rights of the next generation, for the next young men and women who believe in good.“

Wie gesagt, es ist nicht das erste Mal, dass Beyoncé politisch auffällt. Gerade in den letzten Monaten hat sie immer wieder für Furore gesorgt. Sei es bei Live-Auftritten oder mit entsprechenden Musikvideos. 
Alle, die Beyoncé bis dato nur als Popsternchen XY sahen, können getrost diese Schublade wieder zumachen und sie als ernst zu nehmende Denkerin unserer Zeit einordnen. 

„While we pray for the family of Alton Sterling and Philando Castile, we will also pray for an end of this plague of injustice in our communities.“

Am Ende forderte Beyoncé dazu auf sich an seine örtlichen Politiker zu wenden und verstärkt auf das Rassismus-Problem aufmerksam zu machen. Mit nur einem Klick konnte man sich direkt an seinen zuständigen Politiker wenden. Damit lässt Beyoncé nicht nur Wut ab, sondern zeigt auch, was der Einzelne tun kann.

Mittlerweile steht die Website wieder voll im Tagesgeschäft, aber wir sind uns sicher, es werden einige ihrer Aufforderung gefolgt sein.