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Sarah von erlich textil: „Wir kreieren nichts, was nach einem halben Jahr wieder aus der Mode ist.“

Fällt das Stichwort BH, geht es oft heiß her. Alle schnattern wild um die Wette und geben zum Besten, was ein echt guter BH drauf haben muss. Mit oder ohne Bügel? Balconette, Push up oder Soft Bra? Jede*r hat eine eigene Vorliebe. Und wir setzen nun noch eins drauf. Denn nicht nur bequem, sexy und die Boobs-in-Schach-haltend muss er sein – fair und nachhaltig produziert, soll das Ding jetzt auch noch sein. Gar nicht so leicht, da den richtigen zu finden. 

Wir sprachen daher mit Sarah, die zusammen mit Benjamin vor zwei Jahren das Wäsche-Label erlich Textil gegründet hat, über Knubbelnähte in der Unterwäsche, schlecht gelaufene Tage sowie über das Training der eigenen Achtsamkeit.erlich textil interview

Warum fühlt sich eure Wäsche besser an?

Weil jede*r unsere Wäsche, neben den super angenehmen Materialien, mit gutem Gewissen und viel Wohlfühlgefühl tragen kann. Wir garantieren eine

  • faire und sichere Produktion innerhalb Europas mit GOTS zertifizierte Produzenten,
  • ungefährliche Materialien wie Modal und Baumwolle (alles Öko-Tex 100 zertifiziert)
  • und eine Wohlfühl-Passform und -Design durch Know-How einer traditionsreichen Textilmanufaktur auf der Schwäbischen Alb.

Warum gerade Unterwäsche? Woher kam der Anstoß nachhaltige Unterwäsche zu produzieren?

Für uns ist schon seit einigen Jahren sehr wichtig, was wir essen und welche Kosmetik wir benutzen. Eben alles, was so nah an den eigenen Körper herankommt. Regionales Gemüse und Obst, Fleisch vom Biometzger oder Naturkosmetik von Alverde und Co. gehören da eigentlich schon zum Standard. Auch in unseren Freundes- und Familienkreisen. Irgendwie hört dieser Gedanke aber bei der Bekleidung nicht auf. Und da ist Unterwäsche das naheliegendste – im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf der Suche nach transparent ‚gut‘ hergestellter Unterwäsche aus ‚guten‘ Materialien und das Ganze aber zu bezahlbaren Preisen, sind wir bei unserer Suche leider sehr schnell an Grenzen gestoßen. Irgendeinen Abstrich musste man immer machen. Da haben wir uns gedacht: Das muss doch besser gehen und haben erlich textil ins Leben gerufen.

erlich textil

Unterwäsche ist für viele Käufer*innen oft eine Hassliebe. Was sind die Top-3-Tipps für einen erfolgreichen Wäschekauf?

1) Die richtige Größe herausfinden – durch Messen und/oder Vergleichen mit Größentabellen (in Onlineshops) beziehungsweise Beachtung der Passformhinweise der Marken. Denn nicht jede 38 ist gleich groß! Wenn Unterwäsche nicht richtig passt, sondern rutscht oder kneift, ist der Tag gelaufen.

2) Auf Fertigungsqualität achten. Knubbelige Nähte, kratzende Garne oder ähnliches will Keine*r direkt auf der Haut haben.

3) Billige (Kunst)fasern sind schlimmstenfalls schadstoffbelastet, bestenfalls fangen sie einfach deutlich schneller an zu stinken als Naturmaterialien. Für mich ganz entscheidend für meine spätere Zufriedenheit mit Unterwäsche: Materialauswahl. 

Was setzt ihr Fast Fashion entgegen?

Wir haben eine NOS-Kollektion für Männer und Frauen, d.h. es gibt unsere Modelle das ganze Jahr über und auch im nächsten Jahr noch. Also keine Saisonartikel und kein Design oder Schnitt, der nach einem halben Jahr wieder ‚aus der Mode‘ ist. Schlichte Farben, hervorragende Passform und dauerhafte Qualität halten mehr als ein paar Monate.

In den vergangenen Adventswochen sprachen wir nicht nur über faire Mode, sondern auch über Feminismus, Nachhaltigkeit im Allgemeinen und Achtsamkeit. Schöne Unterwäsche hat auch etwas mit Achtsamkeit zu tun, wie wir finden. Habt ihr einen Tipp, wie man Achtsamkeit mit sich selbst üben kann? 

Jeden Tag mindestens einmal (es reichen wenige Minuten oder sogar nur ein paar Augenblicke) innehalten und sich selbst fragen, wie es einem in dem Moment geht. Und mit der ehrlichen Antwort ohne Wertung und auch ohne sofort Handlungsanweisungen daraus zu machen (und die eigene To Do-Liste im schlimmsten Fall durch noch mehr ‚ich muss unbedingt…‘ erweitern) erstmal weitermachen. Irgendwann kommt man Schritt für Schritt dazu, die Wahrnehmung für das eigene Befinden so zu schärfen, dass man den Moment des Innehaltens nutzen kann, um kurz zu überlegen, was einem in dem Moment denn gut tun würde. Und dann erstmal mit dem Gedanken weiter machen. Irgendwann… irgendwann schafft man es dann vielleicht, den Moment des Innehaltens so zu nutzen, um direkt etwas anders zu machen, wenn das Befinden besser sein könnte.

Was wünscht ihr euch für Frauen* 2018?

Oh, so viel. 

Momentan ist mir selbst am dringlichsten, weil es gerade so viel in den Medien diskutiert wird und daher in meinem Umfeld auch oft Thema mit manchmal für mich selbst erschreckenden Ansichten bzw. Nicht-Einsichten ist, dass sexuelle Belästigungen und Diskriminierungen gegenüber Frauen im Alltag endlich als Tatsache anerkannt werden. Vor allem in unserer – ach so emanzipierten und gleichberechtigten – Gesellschaft und nicht weg-verharmlost werden. Und dass sich daraus wirklich eine neue Selbstverständlichkeit entwickelt, diese Tatsache an keiner Stelle, zu keiner Zeit und unter keinen Umständen zu dulden. Weder von Männern noch von Frauen.

Na, Lust auf einen erlichen BH ohne doofe Knubbelnähte, unfaire Produktion und ekelige, schädliche Zusatzstoffe? erlich textil verlosungDann kommentiert einfach hier, auf Facebook oder Instagram, was euer verrücktester BH-FEHLKAUF war. Wir freuen uns schon jetzt auf eure Geschichten.

Das Gewinnspiel läuft bis zum 29.12.2017 23.59 Uhr. Der/die Gewinner*in wird schriftlich benachrichtigt.

Alle weiteren Gewinnspiel-Regeln findet ihr bei Über uns.

Fotos: PR & © Jana Braumüller

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